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Mentale Probleme machen Azubis zu schaffen

02.09.2026 2 Min. Lesedauer

Psychische Belastungen sind der häufigste Grund für den Abbruch einer Ausbildung. Das geht aus einer heute vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Befragung hervor. Laut Umfrage sind 90 Prozent der Auszubildenden mit ihrer Stelle zufrieden. Doch jeder siebte Befragte berichtet von einem „besorgniserregend schlechten Wohlbefinden“. Der Schutz der psychischen Gesundheit von Arbeitnehmern stand am Nachmittag auf der Tagesordnung des Europaparlaments. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales fordert von der EU-Kommission Vorschläge gegen arbeitsbedingte psychosoziale Risiken.

Laut Bertelsmann-Stiftung und IW stellen psychische Belastungen für die Betroffenen und für die Betriebe „einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor dar“. Zwei Drittel der Unternehmen sähen die Produktivität der Auszubildenden beeinträchtigt, ein Drittel berichte über die Zunahme von Konflikten und Problemen. Etwa 20 Prozent der befragten Azubis gaben an, durch ihre Ausbildung „fast immer oder häufig“ emotional belastet zu sein. „Fast drei Viertel der Auszubildenden mit stark eingeschränktem Wohlbefinden denken ernsthaft darüber nach, ihre Ausbildung abzubrechen“, sagte Projektleiter Fabian Schaffer. Bei denjenigen mit stabilem Wohlbefinden seien es lediglich zwölf Prozent. Wer abbreche, nenne als Grund dafür am häufigsten psychische Belastungen.

Stiftung und IW empfehlen Betrieben einen offenen Umgang mit mentaler Gesundheit in der Ausbildung. Die Befragung ergab, dass 35 Prozent der Azubis Belastungen aus Angst vor Nachteilen nicht ansprechen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen benötigten deshalb externe Unterstützung. In Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten gebe es dagegen häufig Gesundheitsinformationen, interne Ansprechpartner, Sport- und Präventionskurse oder Trainings zum Umgang mit Stress.

Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sind weiter auf dem Vormarsch und verursachen oft lange Ausfallzeiten von Beschäftigten. Den Betroffenen fällt die Rückkehr nach der wochen- oder monatelangen Arbeitsunfähigkeit häufig schwer. Viele von ihnen sind verunsichert und wissen nicht, wie belastbar sie sind. Experten raten daher…
13.10.2025Thorsten Severin7 Min

Die Initiative des Europaparlaments zielt darauf ab, den europäischen Rechtsrahmen für den Schutz vor psychosozialen Risiken zu verbessern. Der Vorschlag der sozialdemokratischen Abgeordneten Estelle Ceulemans aus Belgien, über den der Fachausschuss am Abend abstimmen wollte, beinhaltet verpflichtende Gefährdungsbeurteilungen für psychosoziale Risiken, Schulungen für Beschäftigte und Führungskräfte sowie Programme zur Wiedereingliederung nach psychischen Erkrankungen. 

Der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments verabschiedete heute seine Stellungnahme zum EU-Haushalt 2027. Darin fordern die Parlamentarier die Kommission und die Mitgliedstaaten unter anderem dazu auf, Maßnahmen zur psychischen Gesundheit weiterhin als Schwerpunkt der EU-Gesundheitspolitik zu fördern. (toro)

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