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Analyse bescheinigt Kassen-Präventionskursen großes Potenzial

02.07.2026 3 Min. Lesedauer

Die von der gesetzlichen Krankenkassenversicherung (GKV) geförderten Präventionskurse tragen zu gesünderen Gewohnheiten im Alltag bei. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Evaluation des BQS Instituts für Qualität & Patientensicherheit, das im Auftrag des GKV-Spitzenverbands 172 Angebote im Bereich Bewegung untersucht und dazu 1.385 Teilnehmende befragt hat. Demnach gingen bei einem Fünftel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (20,1 Prozent) Beschwerden am Bewegungsapparat nachhaltig zurück. Bei 13,9 Prozent verbesserte sich der allgemeine Gesundheitszustand dauerhaft. Auch die Bewegungsaktivität stieg bei 15 Prozent der Befragten deutlich. Die Experten empfehlen daher, die Kurse weiterzuführen und weiterzuentwickeln. Sie kritisieren jedoch, dass die Angebote nicht von allen gleichermaßen angenommen würden.

Laut Analyse wirkten sich die Kurse auch positiv auf die psychische Verfassung (8,4 Prozent) und die Vitalität (18,3 Prozent) der Versicherten aus. Der Anteil der Teilnehmenden, die sich in der Befragung als glücklich bezeichnen, lag sechs Monate nach Ende des Kurses knapp 13 Prozentpunkte höher als zu Kursbeginn.

Handlungsbedarf sehen die Experten bei der Erreichung von Zielgruppen. Demnach wurden Menschen mit bewegungsrelevanten Beschwerden überproportional erreicht, Menschen mit Bewegungsmangel dagegen unterdurchschnittlich. Zudem seien sozial benachteiligte Gruppen, insbesondere im Hinblick auf Bildungsstand, Muttersprachlichkeit und Pflegebedürftigkeit, in den Kursen teilweise unterrepräsentiert. Sportlich aktive Menschen sind dagegen überproportional vertreten.

Gesundheitsförderung und Prävention müsse in allen gesellschaftlichen Bereichen einen höheren Stellenwert bekommen und stets mitgedacht werden, betonte der GKV-SV. „Dazu gehört auch eine Finanzverantwortung, die nicht nur bei den Krankenkassen angesiedelt werden kann.“ Die gesundheitlichen Auswirkungen von Maßnahmen müssten bei allen politischen Vorhaben berücksichtigt und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung verlässlich finanziert werden.

Auf dem Foto sieht man einen gesunden Lebensstil: Gemüse und Obstteller, Turnschuhe eine Waage und Hanteln als Symbol für Training und Kraft .
Nur 21 Prozent der Präventionsangebote werden laut des jüngsten Reports der Deutschen Krankenversicherung (DKV) genutzt. Warum das so ist, welche Hürden bestehen und welche politischen Schritte nötig sind, erklärt Professor Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler und Studienleiter des Reports.
22.09.2025Hilke Nissen5 Min

Die Verbände der Krankenkassen forderten, die gesetzlichen Möglichkeiten der Krankenkassen auszuweiten, um ihren Versicherten individuelle, passgenaue Präventionsangebote zu unterbreiten. Das würde auch sicherstellen, dass vor allem noch mehr sozial benachteiligte Menschen von der positiven Wirkung der Präventionskurse profitieren könnten, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Dabei werde die neue Website praevention-direkt-finden.de eine wichtige Unterstützung sein.

Laut der Kassenverbände investierten die Krankenkassen im vergangenen Jahr mehr als 243 Millionen Euro in individuelle, verhaltensbezogene Präventionskurse. Jährlich nehmen mehr als 1,8 Millionen Menschen an zertifizierten Präventionskursen teil. 40 Prozent der Kurse in Präsenz werden von Menschen über 60 Jahren besucht. (bhu)

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