Pflegereform: SPD will weiter nachbessern – Linnemann nennt Deckel „gefährlich“
Zu wenig, zu einseitig, zu zaghaft: Die am Mittwoch vom Kabinett gebilligte Pflegereform stößt auf viel Kritik und wenig Lob. Auch der Konflikt in der Regierungskoalition gärt weiter. SPD-Politiker kündigten an, den mühsam erzielten Kompromiss im parlamentarischen Verfahren weiter nachbessern zu wollen. Umgekehrt lehnte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zentrale SPD-Forderungen als „hochgradig gefährlich“ ab. Krankenkassen zeigten sich erleichtert, dass die Regierung das Gesetz auf den Weg gebracht hat, bezweifelten aber, dass das Sparpotenzial ausreicht. Sie kritisierten zudem einseitige Belastungen für Pflegebedürftige und Beschäftigte. Beifall kam vom Verband der privaten Krankenversicherung (PKV).
Nach wochenlangem Ringen hatte sich die Regierung zur Wochenmitte auf eine abgespeckte Version des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) geeinigt und dabei einzelne Härten abgemildert. Als Folge schmilzt das Sparvolumen auf 6,25 Milliarden Euro – zu wenig, um das für 2027 erwartete Loch von 7,6 Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung (SPV) zu stopfen. Der Grundsatzstreit zwischen Union und SPD um eine Pflegefinanz- und Strukturreform wurde zudem vertagt und in eine Expertenkommission verlagert, die bis Ende Januar Vorschläge vorlegen soll. Die Experten sollen dabei auch eine sozial verträglichere Gestaltung von Zuschüssen für Heimbewohner sowie einen Finanzausgleich zwischen SPV und privater Pflegeversicherung (PPV), wie von der SPD gefordert, prüfen.
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