Pflege fordert Mitsprache bei Reformen
Pflegeverbände haben heute am Internationalen Tag der Pflege eine verbindliche Mitsprache bei der Umsetzung der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegereform gefordert. „Pflege darf nicht länger nur Gegenstand politischer Entscheidungen sein“, sagte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBFK), Vera Lux. Sie müsse „Mitgestalterin von Versorgung werden“. Der Deutsche Pflegerat (DPR) appellierte an die Politik, Pflege „verbindlich in alle relevanten Reformprozesse“ einzubinden.
DPR-Präsidentin Christine Vogler kritisierte, dass die berufliche Pflege in Deutschland ihre Kompetenzen weiterhin nicht im notwendigen Umfang einbringen kann. Ihre pflegerischen Kompetenzen würden politisch, rechtlich und finanziell noch immer zu eng begrenzt, monierte Vogler.
Wie wichtig die Einbindung von Pflegefachleuten sei, zeige sich beispielsweise bei der im GKV-Spargesetz geplanten Deckelung des Pflegebudgets, erläuterte DBFK-Präsidentin Lux. Das Pflegebudget hielten Beschäftigte mit Budgetverantwortung und Führungsfunktion in der Pflege überwiegend für sinnvoll und wirksam. Gleichzeitig bleibe aber die tatsächliche Beteiligung der Pflege an Budgetverhandlungen gering. Das Pflegebudget ist laut Lux nicht das Problem. „Problematisch ist, dass sein Potenzial noch immer nicht konsequent genutzt wird“, machte Lux deutlich. „Hier werden nicht ‚abstrakte Kosten‘ begrenzt, sondern konkret die Entwicklungsmöglichkeiten der Pflege.“
Sozialverbände kritisierten die Kürzungspolitik von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zulasten von Pflegekräften und Pflegebedürftigen. Lange sei die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Entlohnung von Pflegepersonal parteiübergreifender Konsens gewesen, sagte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Damit droht die Bundesregierung jetzt zu brechen: Der Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform stellt die vollständige Refinanzierung tariflicher Löhne in Frage.“ Das schaffe Unsicherheit, zerstöre Vertrauen, gefährdet Einrichtungen wirtschaftlich und drohe, den Fach- und Arbeitskräftemangel zusätzlich zu vergrößern. Der Sozialverband VDK warnte vor Leistungseinschnitten.
Derweil zeigt eine neue DBFK-Umfrage, dass über 80 Prozent der Pflegekräfte ihren Beruf als sinnstiftend empfinden. Dennoch dächten 16 Prozent häufig daran, den Pflegeberuf wegen mangelnder Wertschätzung und Arbeitsbelastung aufzugeben. (ts)
Datenschutzhinweis
Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.
Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.