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Bündnis mahnt bessere Vernetzung für chronisch Kranke an

17.09.2026 2 Min. Lesedauer

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) fordert klarere Regeln für die Zusammenarbeit bei der Versorgung chronisch kranker Menschen. Vor allem bei der Abstimmung zwischen kleineren und größeren Einrichtungen sieht das Bündnis Handlungsbedarf, um die Sicherheit zu stärken. „Wir wollen darauf hinwirken, dass eine Vernetzung strukturierter stattfindet, als das bisher der Fall ist“, sagte die APS-Vorsitzende Heidemarie Haeske-Seeberg heute zum Welttag der Patientensicherheit in Berlin.

Mit der Krankenhausreform werde die Behandlung künftig noch stärker auf verschiedene Versorgungsstufen und Standorte verteilt, so die APS-Chefin. Dadurch entstünden zusätzliche Schnittstellen, für deren Zusammenarbeit es bislang keinerlei Vorgaben gebe. So müsse etwa klar geregelt sein, wann bei Komplikationen ein größeres Zentrum hinzugezogen oder eine Rückverlegung notwendig werde. „Strukturreform allein reicht nicht“, betonte Haeske-Seeberg.

Der stellvertretende APS-Vorsitzende Albrecht Stier sprach sich für eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung aus. Digitale Medikationspläne und Arztbriefe könnten dabei helfen, Übertragungsfehler zu vermeiden. Bei manueller Übertragung könnten „aus dreimal dreißig Milligramm ganz schnell mal dreimal dreihundert Milligramm werden“, warnte er. APS-Generalsekretärin Franziska Diel forderte mehr Aufmerksamkeit für chronische Erkrankungen. Eine wichtige Rolle spielten die Disease-Management-Programme (DMP). Für mehrere bereits beschlossene Programme seien bislang jedoch keine Verträge in der Fläche zustande gekommen.

Die Vize-Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Henriette Neumeyer, hob die Bedeutung der Prävention hervor. Diese müsse eigentlich „per Hubschraubereinsatz kommen“, sagte sie. „Eine chronische Erkrankung ist schon belastend genug. Ein Krankenhausaufenthalt sollte nicht dazukommen.“ Auch aus Sicht der Bundesärztekammer (Bäk) muss Prävention „weit vor dem ersten Arztkontakt ansetzen“. Sichere Versorgung bedeute, vermeidbaren Erkrankungen „effektiv“ vorzubeugen. Der Verband der Ersatzkassen (Vdek) rief dazu auf, die Gesundheitskompetenz der Versicherten zu stärken. Patienten müssten vermehrt in die Sicherheitskultur einbezogen werden, sagte Vorstandschefin Ulrike Elsner. „Jede vermiedene Komplikation, jede verhinderte Fehlbehandlung und jede unnötige Wiedereinweisung entlastet auch die GKV und alle Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten.“ 

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist rund die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland von chronischen Krankheiten betroffen. Bei Kindern und Jugendlichen sind es etwa 16 Prozent. Ende 2025 waren nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung rund 7,7 Millionen Patienten in einem oder mehreren DMP eingeschrieben. (ts)

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