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Ein Drittel der Weltbevölkerung unter extremer Ozonbelastung

30.09.2026 2 Min. Lesedauer

Extreme Hitze, verheerende Waldbrände und Wüstenstaub haben die weltweite Luftqualität drastisch verschlechtert. Laut einer Analyse des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus waren im Jahr 2026 knapp 40 Prozent der Weltbevölkerung extrem hohen bodennahen Ozon-Konzentrationen ausgesetzt. Auch Rauchwolken aus Extrembränden in Nordamerika, Südeuropa und Südostasien sowie Staubströme führten demnach dazu, dass die Atemluft von Milliarden Menschen sehr hohe Schadstoffwerte erreichte.

Für die Analyse, die die ersten acht Monate 2026 umfasst, stützt sich Copernicus auf Daten seines Atmosphärenüberwachungsdienstes CAMS (Copernicus Atmosphere Monitoring Service). Ozon ist ein sogenannter sekundärer Schadstoff, der bei hohen Lufttemperaturen und starker Sonneneinstrahlung aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen gebildet wird. In Bodennähe ist Ozon schädlich, weil es tief in die Atemwege eindringt und Husten, Augenbrennen oder Kurzatmigkeit verursachen kann. 

Laut dem Bericht war Asien die weltweit am stärksten von Ozonbelastung betroffene Region. Dort waren 2026 rund 60 Prozent der Bevölkerung zumindest zeitweise extrem hohen Werten ausgesetzt. In Europa litten etwa 17 Prozent der Menschen zeitweise unter hohen oder extrem hohen Ozonkonzentrationen. Allerdings leben 92 Prozent der europäischen Bevölkerung in Gebieten, die in den heißesten Monaten einen bestimmten WHO-Richtwert überschritten. Die Ozonbelastung in Europa verharrt der Analyse zufolge weiterhin auf konstant hohem Niveau. Gemäß der EU-Luftqualitätsrichtlinie sollte der Zielwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter nur an maximal 25 Tagen pro Jahr überschritten werden. Im Hitzesommer 2026 verzeichneten jedoch vor allem südeuropäische Regionen an weit mehr als 30 Tagen massive Überschreitungen, schreibt Copernicus.

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts liegt auf der Zunahme schwerer Waldbrände. Obwohl die global abgebrannte Gesamtfläche in den vergangenen Jahrzehnten rückläufig war, ist die Belastung der Menschheit durch Waldbrandrauch in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 40 Prozent gestiegen. Die Ursache liege in intensiveren Feuern im Zuge des Klimawandels, heißt es im Bericht. Demnach verbrannten im Sommer 2026 in Frankreich knapp 50.000 Hektar Land, in Spanien mehr als 50.000 Hektar. 

Darüber hinaus verdeutlicht der Bericht die Rolle von Mineralstaub als globales Problem. Das CAMS-Ranking der europäischen Städte mit den meisten Staubalarmen führen für dieses Jahr bislang Städte auf den Kanarischen Inseln an, gefolgt von Valletta auf Malta sowie Córdoba in Spanien und Palma de Mallorca. (bhu)

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