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Gebärmutterhalskrebs: Impfung schützt fast vollständig

19.06.2026 3 Min. Lesedauer

Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist einer neuen Studie zufolge sehr effektiv. Zwischen 2020 und 2024 ist demnach in England keine Frau im Alter von 20 bis 24 Jahren an der Krankheit gestorben, die im Teenageralter gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft worden ist. Forschende haben die Sterbedaten für die Jahre 2001 bis 2024 ausgewertet und mit HPV-Impfquoten verknüpft. HPV wird vor allem beim Vaginal-, Anal- und Oralverkehr übertragen. Einige Hochrisiko-Typen können Krebs auslösen, Niedrigrisiko-Typen unter anderem Genitalwarzen verursachen.

Besonders deutlich fiel der Impfeffekt in England bei Frauen aus, die im Alter von zwölf und 13 Jahren im Rahmen des 2008 eingeführten Impfprogramms immunisiert wurden. Auch bei Frauen, denen die HPV-Impfung erst in einem späteren Alter angeboten wurde und die im Untersuchungszeitraum 25 bis 34 Jahre alt waren, gingen die Sterberaten deutlich zurück. Anders als bei den 20- bis 24-Jährigen verschwanden die Todesfälle hier jedoch nicht vollständig. Insgesamt schätzen die Forschenden, dass die Impfung in England bislang rund 200 Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs verhindert hat.

In Deutschland richten sich seit Jahren die Bemühungen darauf, die Teilnahmerate an den Impfungen zu erhöhen. „Die neuen Daten stärken vor allem die Bedeutung der HPV-Impfung, stellen das Grundprinzip der Prävention des Gebärmutterhalskrebs jedoch nicht infrage", sagte Nobila Ouédraogo von der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) im Gespräch mit G+G. Die wirksamste Maßnahme bleibe eine höhere Impfquote. „Die Früherkennung bleibt wichtig, dürfte aber künftig stärker am individuellen Risiko ausgerichtet werden. Je mehr vollständig geimpfte Jahrgänge nachrücken, desto eher wird sich der Fokus von einem intensiven Screening hin zu gezielteren und selteneren Untersuchungen verlagern.“
 

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Im EU-Vergleich liegt Deutschland bei den HPV-Impfraten im unteren Mittelfeld, weit entfernt von 90 Prozent wie in Portugal, Norwegen oder Schweden. Deutschland gelinge es bislang nicht, Gebärmutterhalskrebs so konsequent zurückzudrängen wie einige Vorreiterländer – „nicht aus Mangel an wissenschaftlichem Wissen oder wirksamen Präventionsinstrumenten, sondern vor allem aufgrund von Defiziten bei deren Umsetzung“, sagte Ouédraogo. Derzeit sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) nur etwa die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und ein Drittel der gleichaltrigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. 

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen von neun bis 14 Jahren. Für einen bestmöglichen Schutz sollte sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Auch der Früherkennungsmonitor des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hatte Ende 2025 gezeigt, dass Frauen, die bereits in jungen Jahren gegen HPV geimpft wurden, nur etwas mehr als halb so häufig operative Eingriffe zur Entfernung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, eine sogenannte Konisation, benötigten als ungeimpfte Frauen. (ts)

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