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ECDC drängt auf mehr Mückenkontrolle in Europa

21.08.2026 2 Min. Lesedauer

Angesichts zunehmender durch Stechmücken übertragener Krankheiten fordert das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC mehr Anstrengungen bei Überwachung und Bekämpfung. „Die Ausweitung der Übertragung des West-Nil-Virus sowie die Ausbreitung invasiver Mückenarten zeigen, warum Europa seine Mückenkontrollkapazität stärken muss“, sagte Céline Gossner, leitende Expertin beim ECDC für neu auftretende und meist von Tieren übertragene Krankheiten. Nötig seien eine enge Zusammenarbeit in Europa und ein Zusammenspiel von Mückenüberwachung, Beteiligung der Bevölkerung und gezielten Mückenbekämpfungslösungen.

2026 wurden in sechs europäischen Regionen erstmals lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus registriert. Bis zum 13. August meldeten neun europäische Länder insgesamt 429 solcher Fälle. Da die Übertragung gewöhnlich im August und Anfang September ihren Höhepunkt erreicht, rechnet das ECDC mit weiteren Erkrankungen. Das West-Nil-Virus wird vor allem durch Stechmücken von Vögeln auf Menschen übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt; rund 20 Prozent der Infizierten entwickeln eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Etwa einer von 100 Infizierten erkrankt schwer, beispielsweise an einer Hirn- oder Hirnhautentzündung. In Deutschland werden seit 2019 auch hierzulande erworbene Infektionen registriert. Eine Impfung gegen das West-Nil-Fieber gibt es bislang nicht.

Zugleich breiten sich laut ECDC invasive Mückenarten weiter aus. Die Asiatische Tigermücke, die unter anderem Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen kann, sei inzwischen in 16 europäischen Ländern etabliert – doppelt so viele wie vor zwölf Jahren. Vorbeugen lasse sich unter anderem, indem stehendes Wasser in und um Häuser, auf Balkonen oder in Gärten entfernt oder abgedeckt werde. So könnten Brutstätten vermieden werden. Zum persönlichen Schutz empfiehlt die Behörde Mückenschutzmittel, lange Kleidung und mückensichere Wohnungen. Außerdem müsse medizinisches Personal für lokale Übertragungen und eingeschleppte Infektionen sensibilisiert werden, um die weitere Ausbreitung frühzeitig zu erkennen. 

Das Bayerische Gesundheitsministerium rief dazu auf, die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke aufmerksam zu verfolgen. „Wir dürfen Veränderungen nicht erst dann ernst nehmen, wenn sie zum Problem geworden sind“, mahnte die zuständige Ministerin Judith Gerlach (CSU). Das Gesundheitsministerium schätzt das gesundheitliche Risiko im Freistaat derzeit allerdings als gering ein. (ts)

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