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Krebsgipfel: Prävention statt Reparaturbetrieb angemahnt

11.06.2026 2 Min. Lesedauer

Die Krebsprävention muss nach Ansicht von Experten deutlich früher ansetzen und eine stärkere Rolle in der deutschen Politik spielen. Der CDU-Gesundheitsexperte und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, sagte am Mittwoch beim Krebspräventionsgipfel in Berlin, im hiesigen System werde zu viel in Reparatur und zu wenig in Vermeidung investiert. Krebsprävention sei „kein Randthema, sondern eine gesundheitspolitische Verpflichtung“. Der CDU-Politiker sprach sich zugleich für ein Schulfach Gesundheitskompetenz aus. „Gesundheit beginnt im Alltag“, sagte die Chefin des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann.

Auf dem vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Deutschen Krebshilfe und vom „Tagesspiegel“ veranstalteten Gipfel arbeiteten Fachleute aus Wissenschaft, Selbstverwaltung, Versorgung und Politik an konkreten Empfehlungen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte im März eine nationale Präventionsstrategie angekündigt. Für Reimann muss daraus mehr werden als ein Papier. Ziel müsse sein, die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO umzusetzen und für die Bürgerinnen und Bürger die „gesunde Wahl möglichst einfach“ zu machen. Dafür brauche es ressortübergreifende Zusammenarbeit und Maßnahmen in den Lebenswelten. Der Public Health Index zeige, dass Deutschland bei der Krankheitsvorbeugung im europäischen Vergleich weit hinten liege.

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Rita Schmutzler, Präsidentin der Stiftung Deutsche Krebshilfe, forderte, die Lücke zwischen Wissen und Umsetzung zu schließen. Man arbeite „nicht für die Schublade“. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ, verwies auf bereits geschaffene Strukturen wie die Nationale Dekade gegen Krebs und das Nationale Krebspräventionszentrum. Diese müssten nun in die Zukunft geführt werden. Bei der Früherkennung sah Karin Maag, unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses, Fortschritte – etwa durch organisierte Verfahren und Einladesysteme zu Untersuchungen. Es werde „nicht mehr blind im Nebel“ gestochert. Trotzdem seien mehr Daten notwendig.

Besonders deutlich war der Ruf nach Verhältnisprävention. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, nannte höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Zucker hier den „einfachsten“ Hebel. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner betonte, viele wirksame Maßnahmen kosteten „keinen Cent“, sondern politischen Willen. Zugleich arbeiteten starke Lobbys dagegen. Er kündigte einen parteiübergreifenden „Parlamentskreis Prävention“ an. AOK-Vorständin Reimann begrüßte die geplante Initiative. Sie verwies zugleich auf den ARD-Deutschlandtrend, wonach eine Mehrheit höhere Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte unterstützt. (sr)

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