RKI: Schmerzen kosten die meisten gesunden Jahre
Schmerzen im unteren Rücken rauben Menschen in Deutschland die meisten gesunden Lebensjahre. Zu diesem Ergebnis kommen neue Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Krankheitslast, welche die datenbasierte Darstellung des Gesundheitszustandes einer Bevölkerung abbildet. An zweiter Stelle gehen Kopfschmerzerkrankungen auf Kosten gesunder Jahre. Danach sind es vor allem Angststörungen, Diabetes und Depressionen. Komplett verloren gehen Lebensjahre durch vorzeitigen Tod – in erster Linie durch koronare Herzkrankheit, Lungenkrebs, einen Schlaganfall sowie die Lungenerkrankung COPD, Alzheimer und Demenz.
Nach RKI-Angaben konnte über den Erhebungszeitraum von 2017 bis 2022 erstmals die Entwicklung über Jahre betrachtet werden. Zudem wurden Trends bei den einzelnen Krankheiten ausgemacht. Bei der koronaren Herzkrankheit ging demnach die Krankheitslast zurück, bei Angststörungen und Stürzen nahm diese hingegen zu. Einen Rückgang gab es bei der altersstandardisierten Krankheitslast durch Trachea-, Bronchial- und Lungenkrebs bei Männern. Bei Straßenverkehrsunfällen gab es daneben einen pandemiebedingten Rückgang. Bei Diabetes und Asthma verzeichnete die Analyse bis 2021 kaum Veränderungen. 2022 lagen die altersstandardisierten Raten dagegen höher als in den Vorjahren.
Die Krankheitslast beschreibt dem RKI zufolge, wie viele gesunde Lebensjahre in der Bevölkerung durch Krankheiten, gesundheitliche Einschränkungen oder vorzeitige Sterblichkeit verloren gehen. Die Auswirkungen von Erkrankungen und Verletzungen in der Bevölkerung differieren je nach Alter und Geschlecht. Bei Jüngeren führen laut RKI-Analyse Schmerzerkrankungen zu einer hohen Krankheitslast. Ältere hingegen haben vor allem Probleme mit koronarer Herzkrankheit, Alzheimer und Demenz. Während daneben Frauen von Schmerzen im unteren Rücken betroffen sind sowie von koronarer Herzkrankheit und Kopfschmerzen, liegt bei Männern die koronare Herzkrankheit vorne. Danach folgen Rückenschmerzen und Lungenkrebs.
Für die Analyse zog das RKI erstmals neben beispielsweise Verkehrsunfällen, kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes oder Krebs auch Asthma, Arthrose und Parkinson hinzu. Insgesamt werden laut RKI nun 24 Erkrankungen abgebildet. „Mit der Berechnung der verlorenen Lebensjahre können Krankheiten verglichen und ihre Auswirkungen auf Bevölkerungsebene abgebildet werden“, erläuterte RKI-Präsident Lars Schaade. Solche Daten seien wichtige Grundlagen für gesundheitspolitische Entscheidungen zu Prävention und Versorgung.
Als Datenquellen zur Ermittlung der Krankheitslast dienen etwa amtliche Todesstatistiken sowie Krankenkassenroutinedaten der AOK. (imo)
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