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Roland-Berger-Studie: Kliniken sind pessimistisch

30.10.2026 2 Min. Lesedauer

Deutschlands Krankenhäuser sehen sich zunehmend unter Druck. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger hervor. Danach schlossen drei von vier Kliniken (73 Prozent) das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit ab, mehr als jedes zweite Haus (56 Prozent) verzeichnete ein Defizit von zehn bis 25 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 ist dieser Anteil stark gestiegen, während der Anteil der von geringeren Defiziten (also null bis zehn Prozent) betroffenen Häuser sank. „Dass mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser Verluste in dieser Höhe verzeichnet, zeigt, dass viele ihre Reserven aufgebraucht haben und jetzt von den finanziellen Möglichkeiten ihres Trägers abhängig sind. Die Zahl der Insolvenzen wird wahrscheinlich stark steigen“, schreiben die Autoren der Studie.

Gleichzeitig können die Kliniken ihre wirtschaftliche Entwicklung nach Angaben von Roland Berger inzwischen deutlich besser vorhersagen: 84 Prozent erreichten 2025 das zuvor festgelegte Jahresergebnisziel, weil sie erwartete Verluste bereits in der richtigen Höhe eingepreist hatten. Dies war in den Vorjahren nur rund der Hälfte der Häuser gelungen. Laut Studie stellen sich Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien zunehmend weniger die Frage, ob Ziele erreicht werden, sondern inzwischen häufiger, ob das wirtschaftliche Ergebnis noch tragbar sei. Im Zusammenhang mit dem im Sommer 2026 beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) rechnen die Kliniken mit Erlösverlusten von sieben Prozent. „Mehr als jedes zweite Haus verschiebt Investitionen, um den Erlösdruck kurzfristig abzufedern“, so die Studienautoren. Befragt wurden 600 Führungskräfte in Kliniken.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) weist heute im Zusammenhang mit einer eigenen Umfrage auf „erhebliche Risiken für die flächendeckende Versorgung“ hin. Diese entstünden durch den Wegfall des befristeten Rechnungszuschlages zum 1. November. Der bisherige Zuschlag von 3,25 Prozent sei „für die Krankenhäuser unverzichtbar zum Ausgleich bisher nicht refinanzierter Kostensteigerungen aus den Vorjahren“ gewesen, so die DKG in einer Pressemitteilung. 

Für die Versorgung gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten haben die Krankenkassen in Deutschland in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Geld ausgegeben: 2020 waren es 81,55 Milliarden Euro, 2024 waren es bereits 102,21 und 2025 sogar 111,53 Milliarden Euro. (ink)

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