Bilanz 2025: Krebshilfe startete 188 Projekte
Die Deutsche Krebshilfe konnte 2025 mit 171 Millionen Euro 188 Projekte und Initiativen zur Krebsbekämpfung auf den Weg bringen. Das gab die Stiftung heute auf ihrer Jahrespressekonferenz bekannt. „Ein zentraler Fortschrittsmotor für die Krebsmedizin in Deutschland sind die von uns initiierten und geförderten Comprehensive Cancer Center (CCCs)“, sagte Vorstandsmitglied Gerd Nettekoven. Hier bekämen Betroffene eine Versorgung „auf höchstem Niveau“. Ebenso stünde die Weiterentwicklung von innovativen Diagnose- und Behandlungsmethoden im Mittelpunkt.
2025 förderte die Krebshilfe deutschlandweit 14 CCCs darunter acht CCC-Verbünde, an 26 universitären Standorten. Angesiedelt an den CCCs startete ein neues Programm, das die kommunikative Kompetenz in der Onkologie nachhaltig verbessern und stärken soll. Denn hier bestünden „noch erhebliche Defizite“, erläuterte Nettekoven. Bislang ist die für den Therapieverlauf wichtige Kommunikation zwischen Behandelnden und Betroffenen in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung laut Krebshilfe nur eine Randerscheinung. 8,3 Millionen Euro wurden 2025 für das Programm „TrainKommOnko“ bereitgestellt, um diese Lücke flächendeckend zu schließen.
Für die Forschung stellte die Krebshilfe als größter privater Drittmittelgeber in der Onkologie im vergangenen Jahr 46,8 Millionen Euro bereit. 2025 sei beispielsweise die „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ gestartet, sagte Vorstandsmitglied Franz Kohlhuber. Diese laut Krebshilfe bislang einzigartige Forschungsallianz zielt darauf ab, die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs grundlegend zu verbessern. Solche strategischen Zusammenschlüsse würden „künftig immer wichtiger werden, um die Krebsmedizin voranzubringen“, unterstrich Kohlhuber.
Gesundheitspolitischen Nachholbedarf sieht die Krebshilfe bei der Prävention. Zwar tue sich aktuell „erfreulicherweise“ etwas durch die geplanten Steuererhöhungen bei Tabak und Alkohol, lobte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Rita Schmutzler. Gleichzeitig bleibe eine gezielte und verständliche Information der Bevölkerung über Präventions- und Früherkennungsangebote „eine zentrale Aufgabe“. Prävention sei „ein generationsübergreifendes Langzeitprojekt. Dieses langfristige Denken fehlt leider immer noch zu oft, vor allem politisch“, bedauerte Schmutzler. Durch bessere Krebsprävention und Früherkennung zusammen seien 60 Prozent der Todesfälle vermeidbar.
Daneben forderte die Krebshilfe erneut Nachbesserung bei der Krankenhausreform. Durch die Aufweichungen der ursprünglich geplanten Spezialisierungen hätten Betroffene weiter das Risiko, in nicht ausreichend qualifizierte Krankenhäuser zu gelangen. Hier brauche es eine „politische Kehrtwende“, so Nettekoven. (imo)
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