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Stiko-Chef warnt wegen Trump vor sinkender Impfbereitschaft

17.08.2026 2 Min. Lesedauer

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Reinhard Berner, fürchtet negative Auswirkungen der jüngsten Behauptungen von US-Präsident Donald Trump auf die Impfbereitschaft in Deutschland. Zudem könnten durch die von Trump geschürte Verunsicherung die Pharmaindustrie und die Forschung leiden, sagte er in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Die Preise würden möglicherweise steigen.

Trump empfiehlt in einem vorige Woche erlassenen Dekret, die Zahl der Standardimpfungen für Kinder von 18 auf elf zu senken. Zudem rät er zu größeren Impfabständen und zur Aufteilung von Kombinationspräparaten wie gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Berner spricht sich dagegen aus: „Dafür, dass die armen Kinder lieber drei statt einen Pikser erhalten sollen, existiert keine wissenschaftliche Begründung.“ Das Gegenteil sei richtig: „Wenn ich drei Termine habe, steigt das Risiko, einen oder mehrere davon nicht wahrzunehmen und den Impfschutz zu gefährden.“ Auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hatte sich gegen Trump gestellt. „Die derzeitigen Erkenntnisse sind eindeutig“, betonte er. Impfstoffe, einschließlich des MMR-Impfstoffs, seien sicher und verursachten anders als behauptet keinen Autismus.

Impfungen gehören zur sogenannten Primärprävention, auf die gesetzlich Versicherte einen Anspruch haben. Impfungen verhindern zahlreiche Infektionskrankheiten, die einen schweren Verlauf nehmen oder sogar zum Tod führen können.
Aktualisiert am 19.01.2026

Zwar ist die Impfsituation in Deutschland laut Stiko-Chef grundsätzlich gut. Dennoch fürchte er, dass sich die bestehende Impfverunsicherung durch den Kurs beim bisherigen Impf-Vorbild USA auch hierzulande verschärfen werde. Schon jetzt würden Durchimpfungsquoten bei Kindern zu spät erreicht. Das große Problem in Deutschland sei, dass viele Impfungen und Folgeimpfungen nicht zeitgerecht erfolgten. Dies könne zu gefährlich niedrigen Immunisierungsquoten in besonders vulnerablen Altersgruppen gegen gefährliche Krankheiten wie zum Beispiel Kinderlähmung führen. Insgesamt habe die Zahl der Unentschiedenen und Verunsicherten zugenommen. „Die müssen wir erreichen. Sie brauchen Gespräche, Aufklärung und Beratung, wie essenziell Immunisierung ist, vor allem für Kinder, Alte, Kranke.“ Zweifel seien „Gift fürs Impfen“, sagte Berner. (ter)

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