Update

Studie: Hitzewellen treiben Krankmeldungen in die Höhe

03.06.2026 3 Min. Lesedauer

Schon ein einziger durchschnittlicher Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad führt einer neuen Studie zufolge zu einem Anstieg der Krankmeldungen um 3,5 Prozent. Hält die Hitzebelastung drei Tage an, steigen sie um fünf Prozent. Eine solche dreitägige heiße Phase verursache Kosten in Höhe von 32 Millionen Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, berichtet das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Der Effekt auf die Krankmeldungen verstärkt sich laut der im Auftrag des AOK-Bundesverbandes durchgeführten Untersuchung mit der Dauer der Hitzebelastung. Den Berechnungen zufolge verdreifacht er sich nach sieben Tagen mit heißen Temperaturen auf 10,8 Prozent.

Hitze stelle ein „arbeitsmarkt- und gesundheitspolitisches Risiko“ dar, sagte AOK-Verbandschefin Carola Reimann und rief zu Schutzmaßnahmen auf. Die Autoren des PIK hatten für die Untersuchung im Vorfeld des Hitzeaktionstages am 11. Juni mithilfe des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) die Daten von rund 9,7 Millionen AOK-Versicherten ausgewertet. 

Zu den Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kommen bei Hitzeperioden weitere wirtschaftliche Schäden, die sich schwer beziffern lassen, wie etwa eine geringere Produktivität der Beschäftigten. Zudem verzeichnen die Experten in den ersten vier Jahren nach einer mindestens drei Tage andauernden Hitzewelle einen anhaltenden Anstieg der Ausgaben für Arbeitsausfälle. Die Langzeitanalyse belege, dass sich Hitzewellen auch längerfristig negativ auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirkten, sagte Reimann.

Vor allem Erkrankungen des Kreislaufsystems, aber auch psychische Erkrankungen sowie Infektions- und Hautkrankheiten sind der Studie zufolge für die Ausfälle der Beschäftigten verantwortlich. Von den Auswirkungen der Hitze sind demnach vor allem Beschäftigte in den Bereichen Transport und Logistik, Fertigung, Landwirtschaft und Bauwesen betroffen, weniger hingegen Beschäftige zum Beispiel im Bildungsbereich oder im Rechts- und Verwaltungswesen. Allerdings wurde auch in diesen Gruppen ein Anstieg der Krankmeldungen aufgrund von Hitze festgestellt.

Um Personal vor den Auswirkungen von Hitze besser zu schützen, seien Maßnahmen wie kühlere Arbeitsräume, angepasste Arbeitszeiten und mehr Flexibilität nötig, unterstrich Reimann. Die politischen Forderungen der Partner des Hitzeaktionstages nach Entwicklung, Umsetzung und Anpassung von Hitzeaktionsplänen sollten als verbindlicher Teil der Klimaanpassungskonzepte als kommunale Aufgabe verankert und von Bund und Ländern finanziell sowie personell unterstützt werden.

Auch das Europaparlament engagiert sich für mehr Hitzeschutz für Arbeitnehmer. In einer Ende Mai verabschiedeten Entschließung wird die EU-Kommission aufgefordert, extreme Hitze und die Folgen des Klimawandels „als wesentliche berufliche Risikofaktoren“ anzuerkennen und den Schutz der Beschäftigten zu verbessern. (tie)

Optionale Felder sind gekennzeichnet.

Beitrag kommentieren

Alle Felder sind Pflichtfelder.

Datenschutzhinweis

Ihr Beitrag wird vor der Veröffentlichung von der Redaktion auf anstößige Inhalte überprüft. Wir verarbeiten und nutzen Ihren Namen und Ihren Kommentar ausschließlich für die Anzeige Ihres Beitrags. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, sondern lediglich für eventuelle Rückfragen an Sie im Rahmen der Freischaltung Ihres Kommentars verwendet. Die E-Mail-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht und maximal vier Wochen später aus dem Backup entfernt.

Allgemeine Informationen zur Datenverarbeitung und zu Ihren Betroffenenrechten und Beschwerdemöglichkeiten finden Sie unter https://www.aok.de/pp/datenschutzrechte. Bei Fragen wenden Sie sich an den AOK-Bundesverband, Rosenthaler Str. 31, 10178 Berlin oder an unseren Datenschutzbeauftragten über das Kontaktformular.