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Weltweit verbringen Menschen mehr Jahre in schlechter Gesundheit

22.07.2026 2 Min. Lesedauer

Die Kluft zwischen Lebenserwartung und gesunden Lebensjahren ist weltweit binnen einer Generation von 8,8 auf 10,7 Jahre gewachsen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie zur globalen Krankheitslast (Global Burden of Disease, GBD), die im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde. In fast allen der 204 untersuchten Ländern und Territorien vergrößerte sich zwischen 1990 und 2023 die sogenannte Morbiditätslücke, also die Differenz zwischen der gesamten Lebenserwartung und der Lebenserwartung in guter Gesundheit. Zwischen den einzelnen Ländern gibt es dabei deutliche Unterschiede. So wiesen die USA mit 14 Jahren die größte Morbiditätslücke auf, gefolgt von Australien mit 13,9 Jahren und Kanada mit 13,7 Jahren. Für Deutschland beträgt sie 11,9 Jahre.

„Fortschritte sollten nicht allein an der Lebensdauer gemessen werden, sondern an der Dauer eines gesunden Lebens“, sagte Studienautor Christopher Murray von der University of Washington in Seattle. Mehr Investitionen in Prävention und ein besseres Management von Krankheiten seien nötig, um die Anzahl der Jahre mit schlechter Gesundheit zu verringern.

Laut Studie verbrachten 2023 Menschen weltweit im Schnitt 14,5 Prozent ihres Lebens mit Krankheit oder körperlichen Beschwerden, verglichen mit nur 13,6 Prozent im Jahr 1990. Diese Entwicklung beschränkte sich nicht nur auf die letzte Lebensphase, sondern zeigte sich über das gesamte Erwachsenenalter hinweg.

Zwischen 1990 und 2023 stieg die weltweite Lebenserwartung bei der Geburt von 64,6 auf 73,8 Jahre. Die Zahl der gesunden Lebensjahre nahm von 55,9 auf 63,1 Jahre zu. Frauen lebten weltweit durchweg länger als Männer, verbrachten jedoch mehr Jahre mit Gesundheitsproblemen. Im Jahr 2023 wiesen Frauen eine durchschnittliche Morbiditätslücke von 12,1 Jahren auf, verglichen mit 9,3 Jahren bei Männern.

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Viele der Jahre mit schlechter Gesundheit wären den Forschern zufolge vermeidbar. Ein hoher Blutzuckerspiegel, Rauchen, Luftverschmutzung, Übergewicht und Mangelernährung gelten als die wichtigsten Risikofaktoren. Angesichts einer alternden Bevölkerung müsse der Schwerpunkt verstärkt auf die Prävention chronischer Krankheiten, das Hinauszögern von Behinderungen, den Zugang zu Rehabilitation und psychologischer Versorgung sowie die Langzeitbetreuung bei chronischen Leiden gelegt werden, so die Studienautoren. Die Bekämpfung zentraler Risikofaktoren und Investitionen in Prävention seien entscheidend, um die weltweit wachsenden Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesundheitssysteme zu begrenzen. (at)

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