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Gesundheitsrecherchen verunsichern – Qualitätssiegel soll helfen

26.02.2026 2 Min. Lesedauer

Immer mehr Deutsche nutzen das Internet für Gesundheitsrecherchen, zugleich verunsichert die Fülle an ungeprüften oder widersprüchlichen Informationen aber einen erheblichen Teil der Nutzer. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes unter rund 2.000 Personen. Demnach suchen 83 Prozent der Befragten bei Beschwerden im Internet nach Diagnosen oder Behandlungen. Ein Drittel lässt die Informationsflut aber verunsichert oder sogar verwirrter als zuvor zurück. Die AOK hat daher ein Qualitätssiegel für ihre Seiten eingeführt. „Mit diesem Siegel garantieren wir, dass diese Gesundheitsinformationen vorab von Fachpersonen inhaltlich auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft wurden“, erklärte Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes.

Bei der Einschätzung von Gesundheitsinformationen sehen sich die Nutzer mit verschiedenen Problemen konfrontiert. „Jede dritte Person in Deutschland hat beispielsweise Probleme damit, vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen zu finden“, so Reimann. Drei Viertel der verunsicherten Nutzer fällt es laut Umfrage schwer, verlässliche Quellen zu erkennen. Ebenfalls drei Viertel vermuten zudem, dass die Suchergebnisse kommerziell beeinflusst seien. Zwei Drittel beklagten, es sei oft unklar, ob die Online-Informationen wissenschaftlich überprüft worden seien. Knapp jeder Zweite gab an, die Informationen fachlich nicht einordnen zu können.

Laut Umfrage nutzen 90 Prozent der Befragten bei Gesundheitsrecherchen mehr als eine Quelle. 61 Prozent empfinden die Informationen jedoch häufig als widersprüchlich und 53 Prozent zweifeln an der Richtigkeit. Für knapp ein Viertel (23 Prozent) geht die Online-Recherche sogar nach hinten los: Sie fühlen sich danach unwissender als zuvor. 65 Prozent der Befragten würden daher die Einführung eines Kennzeichens zur Qualitätsprüfung begrüßen. 79 Prozent halten ein solches Kennzeichen für besonders vertrauenswürdig, wenn es von einer gesetzlichen Krankenkasse stammt. Noch größer ist das Vertrauen mit 85 Prozent, wenn ärztliche Fachgesellschaften und Universitäten die Information geprüft haben.

„Wir nehmen die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Menschen in der digitalen Welt ernst und wollen sie in diesem Informationsdschungel nicht allein lassen. Daher haben wir uns für die Einführung eines Qualitätssiegels entschieden“, sagte Reimann. Seit Ende 2025 werden von Expertinnen und Experten geprüfte medizinische Inhalte auf allen AOK-Kanälen mit dem „AOK-Fachprüfungsstempel“ gekennzeichnet. Zugleich gibt die AOK Tipps zur Online-Suche nach seriösen Gesundheitsinformationen. (cm)

Medizinische Analyse eines menschlichen Körpers auf einem transparenten Bildschirm.
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