Streeck erwartet Fortschritte im Kampf gegen Drogenhandel
Immer mehr junge Drogentote, wachsender Mischkonsum und ein Trend zu hochpotenten Drogen: Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, erwartet durch ein heute vom Kabinett auf den Weg gebrachtes Gesetz durchschlagende Erfolge im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel. Die Neuregelung werde das Milliardengeschäft der Drogenhändler schwächen, erklärte der CDU-Politiker. Das geplante Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz (ZFG) erlaube es den Behörden, nicht nur illegale Geldströme künftig besser zu verfolgen, sondern schon mögliche Ausgangsstoffe für Drogen aus dem Verkehr zu ziehen. Insgesamt soll das ZFG den Kampf gegen Geldwäsche sowie Finanzkriminalität verbessern.
„Bisher sind wir den Drogendesignern oft hinterhergelaufen“, sagte Streeck. Die neue Catch-all-Regelung werde das ändern, wenn schon bei chemisch nahezu identischen Ausgangsstoffen eingegriffen werden könne. Als Beispiel führte er LSD und seine Derivate an. Hier führten kleinste Molekülveränderungen bisher dazu, dass LSD immer wieder legal erworben werden konnte. Zugleich könnten die Behörden illegale Finanzströme künftig leichter entdecken. „Drogenhandel ist ein Milliardengeschäft. Jeder Euro, den wir diesen kriminellen Strukturen entziehen, schwächt ihr Geschäftsmodell“, so Streeck. „Mir ist lieber, dieses Geld kommt der Gesellschaft zugute, in Prävention, Suchthilfe, Bildung oder Sicherheit, als dass es den nächsten Drogentransport oder die nächste Geldwäsche finanziert.“
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2.150 Drogentote registriert. Damit blieb diese Zahl auf dem Rekordniveau der vergangenen Jahre. Als besonders alarmierend wertete Streeck vergangenen Monat bei der Vorstellung der Zahlen die wachsende Zahl junger Opfer. „Fast jeder vierte Drogentote ist inzwischen jünger als 30 Jahre. Und bei den unter 20-Jährigen hat sich die Zahl der Todesfälle in den letzten vier Jahren fast verdoppelt.“ Vier von fünf Drogentoten hätten vorher mehrere Substanzen konsumiert. „Mischkonsum ist hochgefährlich. Vielen jungen Menschen ist dieses Risiko nicht bewusst“, warnte der CDU-Politiker. Zugleich seien hochpotente Drogen leichter verfügbar als je zuvor. „Wir sehen einen Boom bei Kokain, Crack und synthetischen Drogen.“ Der Handel verlagere sich zusehends ins Internet. „Drogen, gefälschte Medikamente und hochriskante Mischungen sind heute oft nur wenige Klicks entfernt.“
Ähnliche Trends berichtet die Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) im Europäischen Drogenbericht 2026. Danach wird der Drogenmarkt zusehends unberechenbarer. Drogenhändler drängten mit immer neuen, modifizierten und hochwirksamen synthetischen Substanzen auf den Markt. Dadurch erhöhten sich die Risiken für die Konsumenten erheblich. Auch der Konsum von Kokain und Crack verharre auf hohem Niveau. Vor allem Crack werde in immer mehr Städten zu einem Problem. (cm)
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