Warken setzt bei Digitalisierung auf breite Akzeptanz
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat auf der Digital-Health-Messe DMEA in Berlin ihre Vorstellung von einem digitalisierten Gesundheitssystem der Zukunft skizziert. Der Erfolg digitaler Innovationen und Lösungen entscheide sich vor allem durch ihre Akzeptanz im Versorgungsalltag, betonte die Ministerin. Digitale Anwendungen müssten deswegen so gestaltet sein, dass sie diesen tatsächlich erleichtern und nicht verkomplizieren.
Die eigentliche Herausforderung liege nicht mehr im „Ob“, sondern im „Wie“ der Digitalisierung, sagte Warken. Es gehe darum, die Lücke zwischen technischen Möglichkeiten und tatsächlicher Nutzung zu schließen. „Auch die besten Ideen nützen nichts, wenn sie nicht wirklich genutzt werden.“ Digitale Anwendungen müssten intuitiv bedienbar sein, sich in bestehende Prozesse integrieren und den Arbeitsalltag erleichtern. Mehr positive Erfahrungen mit digitalen Lösungen seien daher zentral.
Warken hob erneut die Bedeutung der elektronische Patientenakte (ePA) bei der Digitalisierungsstrategie hervor. Die Nutzung nehme zu, dennoch gebe es „Luft nach oben“. Daher müsse es grundsätzlich das Ziel sein, mehr Menschen von der aktiven Nutzung der ePA zu überzeugen, betonte sie. Vor allem das Anmeldeverfahren sei vielen zu kompliziert. Daher sollen laut Warken die Anmeldeverfahren vereinfacht und ab 2027 mit dem europäischen digitalen Identifikationsverfahren Eudi-Wallet verknüpft werden. Zudem kündigte die Ministerin für Ende des Jahres eine Volltextsuche innerhalb der ePA an. Die ePA soll eine „echte Alltags-App“ werden, so Warken.
Auch Maßnahmen zur Prävention sollen stärker digitalisiert werden, erklärte sie. So sollen etwa Krankenkassen die ePA-Daten nutzen können, um „maßgeschneiderte Präventionsempfehlungen“ wie Vorsorgeuntersuchungen innerhalb der ePA anbieten zu können.
Mit Blick auf die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung betonte Warken, dass die Beitragssatzsteigerungen zum Jahreswechsel keine „Routine“ werden dürften. Sie seien eine wachsende Belastung für Versicherte, Unternehmen und das ganze Land. Digitalisierung solle dabei auch zur Entlastung beitragen. „Wir wollen nicht bei der Digitalisierung sparen, sondern durch Digitalisierung“, unterstrich die Ministerin.
Bereits Anfang April war ein Referentenentwurf eines „Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ (GeDig) bekannt geworden, mit dem die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorangetrieben werden soll. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, betonte, dass das Gesetz zwar eine Reihe von „innovativen Ansätzen und sinnvollen Vorhaben“ enthalte, kritisierte aber gleichzeitig die Pläne zur Fortentwicklung der Gematik. (tie)
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