Limo-Produktion sinkt – Streit um Zuckersteuer geht weiter
Die Industrie hat 2025 weniger zuckerhaltige Getränke hergestellt als 2024. Das zeigen heute vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Zahlen. Die Herstellung von Light-Getränken ist im selben Zeitraum auf vergleichsweise niedrigem Niveau gestiegen. Um den Zuckergehalt in Cola, Limonaden, Energydrinks und Co. zu senken, hat die Bundesregierung Mitte Oktober eine Zuckersteuer auf den Weg gebracht. Dagegen regt sich vor allem in der Unionsfraktion weiter Widerstand. Die agrarpolitische Sprecherin, Christina Stumpp, sammelt laut einem Bericht des „Stern“ Unterschriften gegen die geplante Abgabe.
Den Destatis-Daten zufolge wurden im vergangenen Jahr 7,42 Milliarden Liter zuckerhaltige Cola, Limonaden und andere Erfrischungsgetränke hergestellt – 4,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht 89 Litern pro Kopf. Die Herstellung von Light-Getränken stieg in diesem Zeitraum um 5,1 Prozent auf 1,61 Milliarden Liter. Am meisten wurde Mineralwasser produziert mit 13,07 Milliarden Litern.
Um die Steuer auf stark gesüßte Getränke doch noch zu verhindern, hat laut „Stern“ CDU-Politikerin Stumpp bereits 20 Unterzeichnende gewinnen können. Angesichts eines parlamentarischen Mehrheitsvorsprungs von nur zwölf Stimmen könnte Schwarz-Rot damit bei einer Abstimmung die eigene Mehrheit verfehlen. Die im Bundeskabinett Mitte Oktober beschlossene Zuckersteuer soll in Form einer Formulierungshilfe zum Haushaltsbegleitgesetz 2027 realisiert werden. Am morgigen Mittwoch berät der Finanzausschuss des Bundestages über das Vorhaben.
Mit der Zuckersteuer wird eine Empfehlung der Finanzkommission Gesundheit umgesetzt. Ziel ist es, mit den Einnahmen die Krankenkassenbeiträge zu stabilisieren und die Prävention zu stärken. Dafür sollen ab Juli 2027 je nach Höhe des Zuckergehaltes 26 oder 32 Cent pro Liter fällig werden. Der Staat rechnet mit Mehreinnahmen von 690 Millionen Euro allein im kommenden Jahr.
Die Bundesregierung will mit der Abgabe den Zuckerkonsum in der Gesellschaft reduzieren. Zu viel Zucker erhöht laut Weltgesundheitsorganisation WHO das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Deutschland waren den Angaben zufolge 2024 knapp ein Viertel der Erwachsenen und 9,6 Prozent der Fünf- bis 19-Jährigen von Adipositas betroffen. Weltweit nimmt der Anteil Übergewichtiger laut WHO seit Jahren zu. Bereits in 116 Staaten gibt es daher inzwischen eine Zuckersteuer, um den Konsum zu begrenzen. (imo)
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