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Mediensuchtstudie: DAK warnt vor Online-Kaufdruck durch Influencer

15.06.2026 2 Min. Lesedauer

Soziale Medien setzen bei Kindern und Jugendlichen offenbar starke Kaufanreize. Das zeigt eine Sonderauswertung der Mediensuchtstudie der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). „Medienkompetenz ist deswegen auch Verbraucherschutz“, sagte DAK-Chef Andreas Storm. Laut Analyse stoßen 47 Prozent der Jugendlichen durch Werbung auf Social-Media-Plattformen auf Produkte, 40 Prozent durch Empfehlungen von Influencern. Fast vier von zehn Kindern und Jugendlichen sehen sich mindestens einmal wöchentlich in Online-Shops um. Auch wenn nicht jeder Besuch zu einem Kauf führt, summieren sich die Ausgaben im Online-Handel auf bis zu 1.200 Euro jährlich.

Der Anteil der 10- bis 17-Jährigen mit auffälligem Online-Kaufverhalten liegt der Auswertung zufolge bei 1,2 Prozent. Bei Jugendlichen sei der Anteil mit 1,6 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Kindern mit 0,7 Prozent. Permanente Kaufimpulse, personalisierte Werbung und algorithmisch gesteuerte Angebote können laut DAK und UKE „suchtartige Verhaltensmuster fördern“. Für Eltern, Schulen und Politik werde es damit noch wichtiger, „Jugendliche im Umgang mit kommerziellen Inhalten zu schützen und zu unterstützen“, betonte Storm. 

Studienleiterin Kerstin Paschke vom UKE warnte, junge Menschen seien „besonders empfänglich“ für manipulative Mechanismen zur Konsumförderung. Zentral sei es, Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen sowie „Medien- und Finanzkompetenzen für selbstbestimmte und reflektierte Kaufentscheidungen zu stärken“.

Ein Junge blickt konzentriert auf sein Smartphone.
Steigende Bildschirmzeiten gefährden die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, sagt Eva Möhler. Die Kinderpsychiaterin fordert eine gesetzliche Regelung, um Eltern zu unterstützen.
16.10.2025Eva Möhler2 Min

Währenddessen rückt Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach frühe Medienrisiken in den Fokus. Gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ) wirbt die CSU-Politikerin für die Empfehlung „Bildschirmfrei bis 3“. Digitale Medien seien meist von Anfang an Bestandteil des Familienalltags. „Das kann sich auf Kinder auswirken, noch bevor diese selbst digitale Medien nutzen“, warnte Gerlach. BVKJ-Vizepräsidentin Anke Steuerer unterstützte den Appell: Kleine Kinder bräuchten statt Bildschirmen „vor allem die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Bezugspersonen“. (sr)

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