Jeder fünfte Schüler ist Opfer von Cybermobbing
Tatort Internet: Mit 2,4 Millionen Kindern und Jugendlichen ist nach einer aktuellen Studie mehr als jeder fünfte Schüler in Deutschland von Cybermobbing betroffen. Somit ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler zwischen sieben und 20 Jahren, die nach eigenen Aussagen schon einmal Mobbing im digitalen Raum ausgesetzt waren, im Vergleich zu 2024 um 2,2 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent gestiegen. Das geht aus der heute vorgestellten Studie „Cyberlife VI – Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern“ hervor.
„Die Ergebnisse zeigen leider, dass Cybermobbing ein weiterwachsendes Problem an Schulen und im privaten Umfeld von Kindern und Jugendlichen ist und sich mittlerweile auch Pädagogen und Pädagoginnen an den Schulen bei diesem Thema überfordert fühlen“, erläuterte der Mitautor und Vorstandsvorsitzende des Bündnisses gegen Cybermobbing, Uwe Leest. Noch 2017 hätten mit 12,7 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler deutlich weniger junge Menschen von solchen Attacken berichtet. Die Folgen von Cybermobbing an Schulen, an denen das Mobbing sehr häufig passiert, würden noch immer unterschätzt. Der Einfluss auf Lehrkräfte sowie auf die Schülerinnen und Schüler sei enorm. Zu den gesundheitlichen Folgen der digitalen Schikane zählten neben körperlichen Beschwerden wie Kopf- oder Magenschmerzen vor allem psychische Auswirkungen, etwa Angst- und Schlafstörungen sowie Niedergeschlagenheit oder Depressionen.
Der Studie zufolge fühlten sich viele Opfer vor allem verletzt (56 Prozent), 42 Prozent reagierten mit Wut und 38 Prozent gaben an, verängstigt zu sein. 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen griffen aus Verzweiflung schon einmal zu Alkohol, Tabletten oder Drogen. Jeder vierte Betroffene habe Suizidgedanken geäußert.
Wichtige Gegenmaßnahmen sind laut Leest Prävention und Aufklärung. Präventiv tätige Schulen hätten deutlich weniger Cybermobbingfälle. Positive Effekte erhofften sich Eltern und Lehrende durch eine Altersgrenze bei der Nutzung sozialer Medien. 76 Prozent der befragten Eltern und 81 Prozent der Lehrenden sprachen sich dafür aus. Fast drei Viertel der Lehrerinnen und Lehrer sind für ein Smartphone-Verbot an ihrer Schule für Kinder und Jugendliche.
Generell tritt das Bündnis für mehr Prävention ein, zum Beispiel durch eine verbesserte Lehrerfortbildung. Die Politik müsse ihrer Verantwortung mittels eines Cyber-Mobbinggesetzes nachkommen. In der Erhebung wurden von April bis Juli 716 Lehrerinnen und Lehrer, 1.113 Eltern und 4.525 Schülerinnen und Schüler bundesweit online zu Mobbing und Cybermobbing befragt. (ter)
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