Bündnis fordert mehr Gesundheitsfachkräfte in Schulen
Gesundheitsfachkräfte in den Schulen sollten nach Ansicht mehrerer Verbände in Deutschland zum Alltag werden. In einem Memorandum fordern der BKK-Dachverband, die Bundesschülerkonferenz, der Bundeselternrat und der Deutsche Pflegerat die bundesweite Etablierung von Schulgesundheitsfachkräften. „Es geht um unsere Kinder“, sagte BKK-Vorständin Anne-Kathrin Klemm. Immer mehr Kinder und Jugendliche litten unter chronischen Krankheiten und seien psychisch belastet. Daraus ergebe sich ein dringender Handlungsbedarf. Schulgesundheitsfachkräfte könnten eine wichtige Rolle spielen – etwa bei Gesundheitsförderung, Prävention und medizinischer Versorgung, betonte Klemm. Deutschland hat den Angaben nach momentan etwa 130 festangestellte Schulgesundheitsfachkräfte, die meist im Rahmen von Modellprojekten tätig sind.
Es sei nicht akzeptabel, dass die Unterstützung „vom Wohnort oder der jeweiligen Schule abhängt“, kritisierte Lilli Berthold von der Bundesschülerkonferenz. Der Zugang zu Schulgesundheitsfachkräften dürfe kein Ausnahmefall bleiben, sondern müsse zur Selbstverständlichkeit werden. Angesichts langer Wartezeiten bei Ärzten und Psychologen könnten Fachkräfte Schülerinnen und Schüler frühzeitig unterstützen und dafür sorgen, „dass junge Menschen nicht zwischen Elterngesprächen und Klassenkonferenzen verloren gehen“.
Der Vorsitzende des Bundeselternrates, Norman Heise, wies auf die Entlastungsfunktion von Gesundheitsfachpersonal in den Schulen hin. „Für Eltern ist es wahnsinnig wichtig zu wissen: Da ist jemand.“ Fachkräfte könnten Gesundheitsprobleme kompetent einschätzen und dadurch Rettungseinsätze und Arztbesuche vermeiden helfen. Schulgesundheitsfachkräfte seien eine „sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder“, betonte Jana Luntz vom Deutschen Pflegerat.
In ihrem Memorandum fordern die vier Verbände unter anderem einen „Schulgesundheitspakt“ von Bund und Ländern sowie die Schaffung von bundesweit bis zu 10.000 Stellen für Schulgesundheitsfachkräfte. Klemm regte an, die geplante Zuckersteuer für die Finanzierung des Personals einzusetzen. Wichtig sei, aus den Pilotprojekten herauszukommen, sagte die Vorständin. (at)
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