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Druck auf die GKV-Finanzen steigt weiter

13.05.2026 2 Min. Lesedauer

Während die Regierungskoalition um die Inhalte des Sparpaketes ringt, steigt der Finanzdruck in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nach einer Analyse des Krankenkassen-Dienstleisters Bitmarck droht dem Gesundheitsfonds in diesem Jahr ein Minus von 59 Milliarden Euro – das damit sieben Milliarden Euro größer ist als 2025. Grund dafür sei ein voraussichtlicher Ausgabenanstieg um sieben Prozent. Dies könnten erwartete Mehreinnahmen von sechs Prozent nicht ausgleichen. Das hauptsächlich für IKK und BKK tätige Unternehmen warnt deshalb laut Medienberichten vor der Gefahr weiter steigender Zusatzbeiträge.

Das Defizit des Gesundheitsfonds hat direkte Auswirkungen auf die Belastung der Beitragszahlenden. Ausgaben, die nicht über die Zuweisungen aus dem Fonds gedeckt werden, müssen die Kassen über ihre Zusatzbeiträge finanzieren. Der rein rechnerische durchschnittliche Zusatzbeitragssatz beträgt in diesem Jahr 2,8 Prozent. Laut Bitmarck-Analyse wäre ein Satz von drei Prozent kostendeckend. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes hat der tatsächlich erhobene Zusatzbeitrag im Kassenschnitt Ende März jedoch bereits die Marke von 3,13 Prozent erreicht. 

Nicht nur steigende Ausgaben, sondern auch die Verpflichtung zum Auffüllen ihrer Mindestreserven setzen die Kassen unter Druck. Nachdem die Vorgänger von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD), mehrfach ein Abschmelzen von Rücklagen zur kurzfristigen GKV-Stabilisierung angeordnet hatten, müssen die Kassen nun bis Ende 2026 wieder eine Mindestrücklage von 20 Prozent einer Monatsausgabe aufbauen. Laut den Medienberichten zu der Bitmarck-Studie liegt der Zusatzbeitrag deshalb bei etwa zwei Drittel der Kassen über dem zur reinen Ausgabendeckung nötigen Wert. Bei 21 Kassen reiche der Beitrag nicht einmal aus, um die Kosten zu decken.

Illustration: Im Vordergrund sind vier unterschiedlich große 2€-Münzhaufen abgebildet, auf denen jeweils blaue Spielfiguren stehen. Dahinter abgebildet ist ein Graph-Symbol und links im Bild eine gelbe Sprechblase mit den Symbolen "+", "-", "x", "=".
Die Spanne der Zusatzbeiträge, die die gesetzlichen Krankenkassen angesichts ihrer Finanzlage erheben, ist groß. Sie reicht von gut zwei bis über vier Prozent. Aber auch zwischen den Kassenarten gibt es deutliche Unterschiede.
08.05.2026Stefanie Roloff3 Min

Im Kassenvergleich ist die AOK-Gemeinschaft beim Auffüllen der Reserven am besten aufgestellt. Die elf AOKs erheben deshalb nach einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Analyse in diesem Jahr den niedrigsten Zusatzbeitragssatz: im Schnitt 2,99 Prozent. Bei den Ersatzkassen sind es 3,02 Prozent, bei den BKK 3,45 Prozent und bei den IKK 3,5 Prozent. An der Spitze liegt die Knappschaft mit 4,3 Prozent Zuschlag zu dem bei 14,6 festgeschriebenen allgemeinen Krankenkassenbeitrag.

Die Sparpläne der Bundesregierung sind in die Bitmarck-Analyse allerdings noch nicht eingepreist. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die GKV bereits 2027 um 16,3 Milliarden entlasten. Warken will die Ausgaben künftig konsequent an die Einnahmen koppeln. (toro)

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