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Barmer fordert Reform der Arzneimittel-Preisbildung

23.09.2026 2 Min. Lesedauer

Die Barmer Krankenkasse sieht angesichts steigender Arzneimittelausgaben Änderungsbedarf beim Amnog-Verfahren zur Nutzenbewertung und Preisbildung neuer Medikamente. Die Ausgaben stiegen schneller als die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). „Daher brauchen wir eine wirksame Weiterentwicklung der etablierten Nutzenbewertung und der damit verbundenen Preisfestsetzung mit dem Ziel einer angemessenen Ausgabenkontrolle“, sagte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub heute bei der Vorstellung des Barmer-Arzneimittelreports 2026. Ziel müsse die Sicherstellung einer nachhaltig finanzierbaren Versorgung mit innovativen Arzneimitteln sein.

Der Autor des Reports, Daniel Grandt von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, sprach sich für eine Stärkung des Grundprinzips des Amnog-Verfahrens aus. „Die Kopplung des Erstattungspreises an belastbare Evidenz für patientenrelevanten Zusatznutzen muss verbessert und darf nicht aufgeweicht werden.“

Laut Barmer stiegen die Einnahmen der GKV zwischen 2014 und 2024 um 57 Prozent, die Arzneimittelausgaben um rund 65 Prozent. Besonders stark wuchsen dem Report zufolge die Kosten bei den Volkskrankheiten Herzinsuffizienz und Asthma bronchiale. Die Arzneimittelausgaben der Barmer für Herzinsuffizienz erhöhten sich binnen zehn Jahren um 121 Prozent auf 441 Millionen Euro, bei Asthma um 80 Prozent auf 516 Millionen Euro.

Als wesentlichen Kostentreiber nannte die Barmer patentgeschützte Arzneimittel. Bei Herzinsuffizienz seien die Ausgaben pro Patient um 183 Prozent gestiegen, bei Asthma um 106 Prozent. „Die Herausforderung ist jetzt, den therapeutischen Fortschritt auch in Zukunft zu ermöglichen, das heißt bezahlbar zu halten“, sagte Grandt. Für beide Erkrankungen weist der Report eine Lücke zwischen Einnahmen und tatsächlichen Kosten aus: bei Asthma bronchiale von 65,5 Millionen Euro, bei Herzinsuffizienz von 127,7 Millionen Euro. Grandt nannte den rasanten Kostenanstieg „alarmierend“. Bundesweit leiden laut Grandt rund zwei Millionen Menschen unter Herzinsuffizienz und etwa vier Millionen Menschen unter Asthma bronchiale. 

Das Wissenschaftliche Institut der AOK beobachtet seit Jahren einen überproportionalen Preisanstieg im patentgeschützten Arzneimittelmarkt. So stiegen laut Arzneimittel-Kompass 2025 die Durchschnittspreise pro Packung zwischen 2015 und 2024 von 4.100 Euro auf 7.700 Euro. Zudem entfielen 2024 demnach mehr als 48 Prozent des gesamten Bruttoumsatzes im Arzneimittelmarkt auf Packungen mit einem Preis von über 1.000 Euro. (ts)

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