Antibiotikaverbrauch in den Krankenhäusern bleibt hoch
Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Kliniken stagniert auf einem hohen Niveau. Das ist das Ergebnis der aktuellen Auswertung der Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS) des Robert-Koch-Instituts (RKI). Damit zeichnet sich beim stationären Antibiotikaeinsatz bislang nicht ab, dass Deutschland sein Reduktionsziel erreicht. Für das Berichtsjahr 2025 haben 593 Krankenhäuser Verbrauchsdaten übermittelt.
Deutschland will den Gesamtverbrauch von Antibiotika in der ambulanten und stationären Versorgung bis 2030 um neun Prozent im Vergleich zu 2019 senken. Um dieses Ziel im Rahmen der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie „DART 2030“ zu erreichen, seien weitere Anstrengungen notwendig, insbesondere beim Antibiotic Stewardship, dem gezielten und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika, erklärte das RKI. Wie weit Deutschland insgesamt vom Reduktionsziel entfernt ist, lässt sich laut dem Institut erst beurteilen, wenn auch die aktuellen Daten aus der ambulanten Versorgung vorliegen. Sie sollen im November anlässlich der Weltwoche zur Aufklärung über antimikrobielle Resistenzen veröffentlicht werden.
Bei den Antibiotikaresistenzen weisen erste Auswertungen des RKI auf eine problematische Entwicklung beim Bakterium Escherichia coli hin. Resistenzen gegen häufig eingesetzte Cephalosporine der dritten Generation, eine Gruppe von Antibiotika mit breitem Wirkspektrum, stellten ein zunehmend großes Problem dar, so das Institut. Fielen diese Antibiotika für die Behandlung aus, seien die Therapieoptionen deutlich eingeschränkt. An der Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) beteiligten sich 126 Labore. Die detaillierten Auswertungen zu den nationalen Resistenzzielen will das Institut ebenfalls im November vorlegen.
Antibiotika zählen zu den wichtigsten Arzneimitteln der modernen Medizin. Werden sie zu häufig oder falsch eingesetzt, können Bakterien resistent werden und Infektionen schwerer behandelbar sein. In Europa werden nach Angaben des RKI jährlich rund 35.000 Todesfälle mit Antibiotikaresistenzen in Verbindung gebracht – mehr als im Straßenverkehr. (ts)
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