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Debatte: Keine Scheu vor neuen Technologien

17.06.2026 Benno Herrmann 2 Min. Lesedauer

Künstliche Intelligenz und Robotik eröffnen im Gesundheitswesen vielfältige Möglichkeiten, betont Technologieberater Benno Herrmann. Er empfiehlt Spezialisierung und koordinierte Investitionen.

Ein Roboterarm mit einer spitzen Nadel vor einem lila-pinken Hintergrund.
KI und Robotik können Diagnosen präzisieren, Therapien individueller machen und Personal entlasten.
Portrait von Benno Herrmann, Technologieberater Gesundheit bei der VDI Technologiezentrum GmbH.
Benno Herrmann ist Technologieberater Gesundheit bei der VDI Technologiezentrum GmbH.

Künstliche Intelligenz (KI) zieht mehr und mehr in die Gesundheitsversorgung ein. Sie hilft zum Beispiel, Bilddaten zu analysieren und so Krankheiten besser zu erkennen. Vorbehalte gegenüber KI und Robotik gilt es zu überwinden. KI kann helfen, die Gesundheitsdaten zu analysieren. Sie unterstützt Ärzte und andere Therapeuten dabei, die bestmögliche, individuell zugeschnittene Behandlung zu empfehlen und Prozesse zu optimieren.

Robotik kann das Pflegepersonal entlasten und Routineaufgaben übernehmen. In der Vergangenheit ist die Entlastung durch Technik mit einem erhöhten bürokratischen Aufwand einhergegangen: Erweiterung der Dokumentation, Nachweise, Zertifizierungen. Hier muss ein gesundes Maß gefunden werden, damit die Potenziale wirksam werden können. Effizienzgewinne von 15 bis 30 Prozent in verschiedenen Bereichen sind empirisch belegt. Die Qualitätsverbesserungen, von früheren Diagnosen bis zu präziseren Therapien, können lebensrettend sein.

„Wir sind gut in Präzisionsmedizin, ethischem Einsatz der Technik und innovativer Medizintechnik.“

Benno Herrmann

Technologieberater Gesundheit bei der VDI Technologiezentrum GmbH

Deutschland hat in der Digitalisierung Aufholbedarf. Trainingsdaten für KI kommen überwiegend aus den USA. China ist führend in der Robotik. Die technologische Abhängigkeit von wenigen internationalen Konzernen gefährdet die Datensouveränität und die strategische Autonomie. Die IT-Landschaft ist heterogen. Hohe Datenschutzstandards – grundsätzlich ein Wert – 
werden teilweise so interpretiert, dass sie Innovation eher bremsen als kanalisieren. Risikoscheu und Fachkräftemangel verstärken diese Herausforderungen. Eine erfolgreiche Transformation braucht koordinierte Investitionsstrategien über mehrjährige Zeiträume, die öffentliche Mittel, private Investitionen und europäische Programme kombinieren. Die Entwicklung offener Standards und Interoperabilität ist essenziell. Deutschland kann durch Fokussierung internationale Standards setzen und Führungspositionen einnehmen. Wir sind gut in Präzisionsmedizin, ethischem Einsatz der Technik und innovativer Medizintechnik. Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend: Aktuelle Weichenstellungen für Investitionen und den regulatorischen Rahmen werden Deutschlands Position im globalen Gesundheitswesen der Zukunft maßgeblich bestimmen.

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