Statement

Reimann: Hybrid-DRGs sind gut gemeint, aber schlecht gemacht

10.09.2026 AOK-Bundesverband 2 Min. Lesedauer
Porträt: Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes
Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat heute eine Analyse vorgelegt, nach der die Einführung der sogenannten Hybrid-DRGs zur sektorenunabhängigen Vergütung 2025 zu einem starken Anstieg der Fallzahlen und zu stark gestiegenen Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von etwa 360 Millionen Euro geführt hat. Vor diesem Hintergrund fordert Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Nachbesserungen bei der Ausgaben- und Mengensteuerung: 

„Die Hybrid-DRGs sind zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht. Denn die Verlagerung von Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… -Leistungen in den ambulanten Bereich, die seit 2024 durch die Hybrid-DRGs gefördert werden sollte, führt nicht zu der erwarteten günstigeren Versorgung. Ganz im Gegenteil sehen wir im Endeffekt einen deutlichen Ausgaben-Anstieg.

„Wir brauchen klare gesetzliche Vorgaben zur Anpassung der Preise an die tatsächlich entstehenden Aufwände in der ambulanten Versorgung.“

Die Gründe macht die WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… -Analyse transparent: Bei den Vertragsärzten gibt es aufgrund der lukrativen Vergütung Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen werden nach unterschiedlichen Systemen vergütet. Die… durch die Hybrid-DRGs starke Anreize für eine Mengenausweitung. Aber auch im Krankenhausbereich, wo insgesamt viel mehr Eingriffe durchgeführt werden, ist eine Mengensteigerung zu sehen. 

Es ist daher höchste Zeit, dass der Gesetzgeber die Regelungen zu den Hybrid-DRGs nachbessert. Wir brauchen klare gesetzliche Vorgaben zur Anpassung der Preise an die tatsächlich entstehenden Aufwände in der ambulanten Versorgung. Behandlungen, die unter günstigeren Rahmenbedingungen ambulant erbracht werden, sollten für die Beitragszahlenden auch weniger kosten. Nur so bekommen wir eine wirtschaftlich tragfähige Ambulantisierung hin, die wir in Deutschland so dringend brauchen.“ 

Das Foto zeigt einen Arzt mit Brille, Bart und dunklen Haaren, der vor einem Fenster einer brünetten Patientin mit Zopf ein Röntgenbild einer Wirbelsäule erläutert.
Die Einführung sektorenunabhängiger Fallpauschalen hat 2025 laut einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zu Mehrausgaben von rund 360 Millionen Euro geführt.
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