Mit Antipilzmitteln gegen den Mundsoor
Weißliche Beläge und entzündete Stellen in Mund und Rachen sind ein Indiz für eine orale Candidose, auch Mundsoor genannt. Ausgelöst wird diese oft schmerzhafte Infektion durch Hefepilze auf den Schleimhäuten. Für Betroffene kann sie belastend sein, da wegen der Schmerzen auch das Essen und Trinken schwerfällt. In der Regel lassen sich orale Candidosen aber mit Antipilzmitteln (Antimykotika) gut behandeln.
Wer besonders betroffen ist
Viele Menschen tragen Hefepilze in sich und haben damit meist keine Probleme. Krankheiten oder zum Beispiel eine Krebstherapie schwächen jedoch die Abwehrkräfte – was das Wachstum der Pilze extrem beschleunigen kann. „Eine Pilzinfektion trifft daher vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, aber auch Pflegebedürftige, deren Allgemeinzustand häufig schwach, und Neugeborene, deren Immunsystem noch nicht voll ausgeprägt ist“, sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. Auch Zahnprothesen können eine orale Candidose verursachen, wenn etwa das Gebiss nicht richtig sitzt, nicht regelmäßig gereinigt wird oder wenn die Mundschleimhaut durch ständige Reibung Reizung erfährt. Ein Mundsoor kann auch Hinweis auf eine Diabetes-Erkrankung sein. „Daher ist es wichtig“, so Ebel, „dass nicht nur der Mundsoor, sondern auch die Grunderkrankung behandelt wird.“
O-Ton von Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband
Symptome des Mundsoors
Typische Anzeichen für einen Mundsoor sind die weißen Beläge auf der Zunge und im Mund- und Rachenraum; Betroffene haben oft ein pelziges Gefühl im Mund. Manchmal sind die Schmerzen so unangenehm, dass sie kaum mehr essen und trinken wollen – was negative Auswirkungen auf die gesamte körperliche Verfassung hat. „Wird eine Candidose nicht behandelt, kann sie viele Monate andauern, deshalb ist eine ärztliche Untersuchung auf jeden Fall ratsam“, sagt Mediziner Ebel.
Behandlung der Pilzinfektion
Die Pilzinfektionen lassen sich mit Antimykotika gut behandeln – diese Mittel können das Wachstum der Pilze hemmen oder sie sogar abtöten. Manche Mittel werden als Salbe lokal aufgetragen, andere als Tablette oder Saft geschluckt. In ärztlichen Praxen oder Apotheken werden Betroffene entsprechend beraten. Die Medikamente müssen in der Regel ein bis zwei Wochen lang genommen werden. Solange es wunde Stellen im Mund gibt, sollten Erkrankte heiße und alkoholische Getränke sowie stark gewürztes Essen meiden und möglichst weiche Kost zu sich nehmen.
Gute Mundpflege und ausreichend Flüssigkeit
Unzureichende Mundhygiene kann die Entstehung von Pilzinfektionen begünstigen. „Gute Mundpflege ist daher sehr wichtig: Dazu gehören regelmäßiges Zähneputzen und das Reinigen der Zahnzwischenräume. Prothesen müssen ebenfalls regelmäßig gesäubert werden“, rät Ebel.
Ein Problem vor allem älterer Menschen ist, dass sie oft zu wenig trinken. Deshalb sollte man zum Beispiel pflegebedürftigen Menschen immer wieder Getränke anbieten, damit die Mundschleimhaut feucht bleibt. Wer Schwierigkeiten beim Schlucken hat, kann zum Beispiel durch Beißen auf eine Zitronenscheibe den Speichelfluss anregen. Die Pflege der Lippen ist ebenfalls wichtig, damit sie nicht rissig und trocken werden.
Auf Hygiene bei Babys achten
Auch bei Neugeborenen und Babys können Pilzinfektionen im Mund häufiger auftreten. Eltern sollten daher auf eine gute Hygiene achten: Alles, was der Säugling in den Mund nimmt – Schnuller, Fläschchen oder Beißringe – ,sollte immer gereinigt werden. Arzt Ebel: „Das gilt auch für den heruntergefallenen Schnuller: Bitte nicht selbst ablutschen, sondern besser immer abwaschen.“