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Am Freitag, 18:24 Uhr geht eine Mail im Pressestellen-Postfach ein: „In Vorbereitung eines Pressegespräches in der kommenden Woche zum Thema Diabetes bin ich auf den Gesundheitsatlas aufmerksam gemacht geworden, den die AOK PLUS für den Freistaat Sachsen herausgegeben hat… Dazu meine Fragen, die Sie mir hoffentlich beantworten können.“Es folgen sechs konkrete Fragen zum Erzgebirgskreis, unter […]

20.11.2020Autor/in: Hannelore StrobelRubrik: Allgemein 0

Am Freitag, 18:24 Uhr geht eine Mail im Pressestellen-Postfach ein: „In Vorbereitung eines Pressegespräches in der kommenden Woche zum Thema Diabetes bin ich auf den Gesundheitsatlas aufmerksam gemacht geworden, den die AOK PLUS für den Freistaat Sachsen herausgegeben hat… Dazu meine Fragen, die Sie mir hoffentlich beantworten können.“

Es folgen sechs konkrete Fragen zum Erzgebirgskreis, unter anderem:

„Wie ist die Zahl der an Diabetes Erkrankten im Erzgebirgskreis im sachsenweiten Vergleich einzuordnen?“
„Welche Schlussfolgerungen hat die AOK PLUS daraus möglicherweise vor Ort gezogen?“
„Gibt es einen Überblick über Hilfsangebote speziell für Diabetiker in der Region?“
Und dann: „Aus Aktualitätsgründen bitte ich wie immer um schnellstmögliche Beantwortung der Fragen – spätestens bitte bis Mittwoch, 16 Uhr – und bedanke mich für Ihre Unterstützung.“

Montagmorgen: die Redakteurin bekommt zunächst als PDF den Gesundheitsatlas Diabetes der AOK PLUS mit Leseempfehlung ab Seite 11 und das Versprechen, dass sie bis Mittwoch Fakten erhält – beispielsweise zu AOK PLUS-Kooperationen zugunsten von Diabetikern in ihrem Landkreis, exklusiven Angeboten und Versorgungsformen für AOK PLUS-Versicherte, die von dieser Volkskrankheit betroffen sind. Außerdem gebe ich ihr erste Hinweise auf  Extras für Diabetiker, von denen nicht nur, aber eben auch Bewohner des Erzgebirgskreises profitieren, wenn sie AOK-versichert sind. Da wäre zum Beispiel der Check-up PLUS, der personenbezogen die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes zu erkranken, ermittelt. Es gibt AOK-Präventionsprogramme in Kitas und Bildungseinrichtungen, die schon die Kleinsten mit Regeln einer gesundheitsförderlichen Lebensweise vertraut machen und Schulkindern etwa in Schulgarten- oder Theaterprojekten  Gesundheitswissen vermitteln, das eben auch diese Volkskrankheit verhindern könne. Und daran nehmen selbstverständlich alle Kinder teil. Der Versicherungsstatus ihrer Eltern spielt keine Rolle.

Zwei Tage lang tragen dann Kolleginnen und Kollegen aus dem AOK PLUS-Versorgungsbereich Fakten und Zahlen zusammen, die zeigen: der ländliche Raum ist nicht abgehängt von moderner Versorgung.

So gibt es im Erzgebirgskreis zum Beispiel Verträge der AOK PLUS mit 194 koordinierenden Hausärzten, 7 Diabetologen und einem Kinderarzt, die sich im Rahmen strukturierter Disease-Management-Programme um insgesamt 24.272 eingeschriebene Versicherte mit Diabetes Typ 2 und exakt 873 Typ-1-Diabetiker kümmern und dafür zusätzlich vergütet werden.

Die AOK PLUS unterstützt Diabetiker-Selbsthilfegruppen, angefangen vom Landesverband Sachsen über eine SHG für Insulinpumpenträger in Chemnitz (mit Ausstrahlung ins Erzgebirge), die Gruppe diabetischer Kinder und Jugendlicher in Chemnitz und Umgebung (für die das Gleiche gilt) bis hin zu entsprechenden Selbsthilfegruppen in Zwönitz, Oelsnitz und Annaberg-Buchholz.

Seit 2017 hat die AOK PLUS als erste gesetzliche Krankenkasse die Kosten für ein modernes Produkt zur Blutzuckermessung („Free Style Libre“) übernommen und durch dieses Vorpreschen dafür gesorgt, dass eine damit mögliche unblutige Messmethode 2019 in den Regelleistungskatalog der GKV aufgenommen wurde. Das erspart mittlerweile mehr als 16.000 AOK PLUS-versicherten Diabetikern die „Stecherei“ in den Finger mehrmals täglich – auch im Erzgebirgskreis.

2009 hat die AOK PLUS das für ihre Versicherten kostenlose Screening auf Gestationsdiabetes eingeführt. Davon profitier(t)en auch im Erzgebirge die werdenden Mütter mit AOK-Versicherung und seit 2013 alle gesetzlich versicherten Frauen, da diese Innovation seitdem ebenfalls eine Regelleistung der GKV ist. Im Jahr 2019 wurden im Übrigen 1.600 Frauen, bei denen dieser sogenannte Schwangerschaftsdiabetes festgestellt worden war, im Rahmen einer Diabetesvereinbarung der AOK PLUS mit Fachärzten von diesen besonders betreut und geschult. Wie viele davon im Erzgebirgskreis leben, war auf die Schnelle nicht zu analysieren, aber es gibt sie garantiert auch dort.

All diese Informationen bekam die Redakteurin – entsprechend ihrer Anfrage – am Mittwoch um 14.30 Uhr.

Am Freitag erscheint ein Beitrag in der Lokalzeitung.

Das Thema wird „personalisiert“ erzählt. Ein Typ-1-Diabetiker aus dem Erzgebirgskreis mit „mittlerweile … rund 50.000 Einstichen an Bauch und Beinen und mindestens noch einmal so vielen an den Fingern“ spielt eine Rolle, der die schlechtesten Erfahrungen mit Behörden gemacht habe. Eine zweite Kronzeugin ist eine 64-jährige Chemnitzerin mit Diabetes Typ 2, die zumindest auf Selbsthilfegruppen schwört, in denen sich Betroffene austauschen könnten.

Unter Berufung auf den Gesundheitsatlas der AOK PLUS kommt die „Verdoppelung der Behandlungskosten“ bei Diabetes-Typ-2-Erkrankungen vor, die in der Logik der Autorin Grund für den Check-up PLUS (die spezielle Vorsorge-Untersuchung der AOK PLUS mit 10-Jahres-Prognosecharakter) ist.

Ach ja.

Ist schon klar: eine unabhängige Tageszeitung ist natürlich kein Marketing-Instrument. Das habe ich intus. Aber Fakten wie die recherchierten, übersichtlich zusammengestellten und (rechtzeitig) zugelieferten wären ja vielleicht über die Betroffenheitsgeschichten hinaus auch für die Leserinnen und Leser im Erzgebirgskreis interessant gewesen.

Meinen engagierten Kolleginnen und Kollegen aus dem Versorgungsbereich spendiere ich dann demnächst mal einen alkoholfreien Glühwein. Ich werde sie ja bald wieder brauchen für die nächste Recherche zugunsten einer anfragenden Journalistin oder eines rasenden Reporters.

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