Beiträge und Steuern - Bürgerentlastungsgesetz

Ihre Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung können Sie bei Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Frau und Mann sitzen an einem Tisch zusammen und füllen mit einem Stift einen Antrag aus.

Inhalte im Überblick

    Allgemeines zum Bürgerentlastungsgesetz

    Seit dem Jahr 2010 können Sie dank des Bürgerentlastungsgesetzes Ihre Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung als Vorsorgeaufwendungen bei Ihrer Steuererklärung geltend machen. Es erlaubt allen Versicherten, ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge größtenteils unbegrenzt steuerlich abzusetzen.

    Steuerlich berücksichtigt werden nur die tatsächlich gezahlten Beiträge. Beitragserstattungen oder Geldleistungen aus Tarifen bzw. Bonusprogrammen sind von den gezahlten Beiträgen abzuziehen.

    Meldepflicht

    Arbeitgeber: Wenn Sie Arbeitnehmer sind, übermittelt Ihr Arbeitgeber die Beiträge mit der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung an die Finanzverwaltung.

    Rentenversicherungsträger: Erhalten Sie eine Rente, übernimmt der Rentenversicherungsträger die Meldung.

    Krankenkasse: Die AOK PLUS übermittelt die Daten, wenn Sie Ihre Beiträge selbst zahlen. Zudem übermittelt die AOK PLUS immer Beitragserstattungen oder Prämienauszahlungen aus Tarifen und dem Bonusprogrammen.

    Welche Daten werden im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes gemeldet?

    Die AOK PLUS übermittelt Daten in drei bestimmten Fällen:

    • 1. Sie sind Teilnehmer eines Bonusprogramms oder am Wahltarif AOK PLUS aktiv

      Bonuszahlungen und Prämienauszahlungen schütten Ihnen bares Geld aus, über welches Sie frei verfügen können. Welche Boni im Detail übermittelt werden müssen, wurde durch das Bundesfinanzministerium neu geregelt.

      Die Neuregelung betrifft nur Teilnehmer an Bonusprogrammen nach § 65a SGB V:

      • das AOK PLUS Bonusprogramm,
      • den AOK PLUS pro junior und
      • den Gesundheitsbonus für Arbeitnehmer.

      Im Rahmen Ihrer Steuererklärung wird für Bonuszahlungen ab dem Jahr 2021 nun ein Freibetrag von 150 Euro berücksichtigt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

      Bei einer Bonussumme bis maximal 150 Euro gilt:
      Die Bonusbeträge liegen innerhalb der Freibetragsgrenze. Sie wirken sich daher nicht auf die Steuererklärung aus.

      Bei einer Bonussumme über 150 Euro gilt:
      Von der Bonussumme ziehen wir den Freibetrag von max. 150 Euro je Teilnehmer (auch familienversicherte Angehörige) ab. Nur der darüber liegende Betrag wirkt sich auf Ihre Steuererklärung aus. Sie erhalten eine korrigierte Finanzamtbescheinigung.

      Sie brauchen nichts weiter tun. Ihr Finanzamt wird von uns informiert. Der Freibetrag wird in der Regel automatisch in Ihrem Steuerbescheid berücksichtigt.

      Teilnehmer am Wahltarif AOK PLUS aktiv nach § 53 SGB V bleiben von der Neuerung unberührt. Die Auszahlung gilt als Beitragsrückerstattung und ist weiterhin steuerlich relevant. Einen Freibetrag gibt es hier nicht.

    • 2. Sie zahlen Ihre Beiträge selbst an die AOK PLUS

      Das ist der Fall, wenn Sie beispielsweise freiwillig versicherte/r Arbeitnehmer/in, als Student oder als selbständig Tätige/r freiwillig versichert sind und Ihre Beiträge selbst an die AOK PLUS zahlen.

      Neue Regelung

      Gesetzliche Krankenkassen sind laut zweiten Datenschutz-Anpassungs- und Umsetzungsgesetz EU (2. DSAnpUG-EU) verpflichtet, die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab der Finanzamtbescheinigung 2019 auch ohne Einwilligungserklärung zu melden. Für 2010 bis 2018 war das Einverständnis zur Datenübermittlung erforderlich.

    • 3. Sie erhalten Beiträge auf Antrag erstattet

      Ihre Beiträge werden von Ihrem Arbeitgeber gezahlt und Sie erhalten eine Beitragserstattung von der AOK PLUS. Das betrifft Erstattungen zu Unrecht entrichteter Beiträge nach § 26 SGB IV und Erstattungen zu viel entrichteter Beiträge nach § 231 SGB V.

      Rückerstattungen von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen sind meldepflichtig, wenn diese von uns direkt an Sie überwiesen werden. Rückerstattungen von Rentenversicherungsbeiträgen sind generell meldepflichtig. Ihre Steueridentifikationsnummer geben Sie bitte im Erstattungsantrag mit an.

    Wie und bis wann übermittelt die AOK PLUS die Daten?

    Ihre Daten werden jeweils bis Ende Februar für das vergangene Jahr anhand Ihrer Steueridentifikationsnummer maschinell an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen gemeldet und von dort an die Finanzämter weitergegeben.

    Sie erhalten bis Mitte März per Post einen Nachweis der übermittelten Beträge für Ihre Unterlagen. Ihre Steuer-ID wurde vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben. Sie finden sie auf Ihrem Steuerbescheid als IdNr.. Bitte nicht mit Ihrer Steuernummer verwechseln.

    Aktualisiert: 01.04.2022

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