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Windpockenfälle in Westfalen-Lippe drastisch gestiegen

Pressemitteilung

1.8.2016

Dortmund. Drastischer Anstieg der gemeldeten Windpockenfälle in Westfalen-Lippe: Im ersten Halbjahr 2016 wurden insgesamt 1.721 Infektionsfälle gemeldet, im gleichen Zeitraum 2015 waren es lediglich 1.193 Fälle. Das entspricht einer Steigerung von 44,3 Prozent. Auf Bundes- und Landesebene stiegen die Fälle jeweils um rund 25 Prozent. Das teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis aktueller Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. „Aufgrund der steigenden Infektionsfälle raten wir dringend dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten selbstverständlich bezahlt“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Im gesamten Jahr 2015 waren die gemeldeten Infektionsfälle in Westfalen-Lippe im Vergleich zum Vorjahr noch rückläufig. Sie sanken um 13,3 Prozent auf 2.215 Infektionen.

Die erste sogenannte Varizellen-Impfung für Kinder wird von der STIKO im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfung sollte in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Nach den Schuleingangsuntersuchungen sind die Impfzahlen der Kinder in Nordrhein-Westfalen bei Windpocken in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. So konnten 88,2 Prozent in 2014 die erste Impfung und 84,5 Prozent die zweite Impfung nachweisen. „Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, kann ihnen niemand abnehmen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen, um gestärkt im Sinne ihres Kindes zu handeln“, so Ackermann. Eine Impfung kann übrigens zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter erfolgte. Einen Überblick über alle wichtigen Fakten zum Impfschutz und eine Hilfestellung bei der Entscheidung „Impfen ja oder nein“ sind abrufbar im Internet unter aok.de/nw Rubrik Familie > Ratgeber Gesundheit.

Hintergrund:

Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Die Infektion kann aber auch Erwachsene betreffen. Auslöser für Windpocken ist das sogenannte Varizellen-Zoster-Virus, das durch Tröpf-cheninfektion über die Luft übertragen wird. Dieses Virus zählt zu den Herpesviren. Die Ansteckungsgefahr beginnt einen Tag, bevor der Hautausschlag auftritt, und endet, wenn die Bläschen austrocknen. Erst nach zehn Tagen bis drei Wochen äußert sich die Infektion in Form von Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen und Fieber. Ein bis zwei Tage später treten linsengroße rote Flecken auf der Haut auf, die sich zunächst in stark juckende Knötchen, anschließend in Bläschen verwandeln. Die Bläschen sind mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt, die in hohem Maße ansteckend ist. Innerhalb von ein bis zwei Wochen verkrusten sie und fallen ab.

Trotz des extremen Juckreizes sollten Windpocken nicht aufgekratzt werden. Dies kann nicht nur Narben hinterlassen. Durch das Kratzen können sich die Bläschen auch entzünden und es kann zu schweren Hautinfektionen kommen. Vom Arzt verordnete Salben oder Lotionen lindern den Juckreiz. Wie bei allen Virusinfektionen helfen Bettruhe und eine gesunde Ernährung bei der Genesung. Die Windpocken-Erreger verbleiben, wie alle Herpesviren, nach einer durchgemachten Windpockeninfektion im Körper. Sie ruhen sozusagen und können unter besonderen Umständen reaktiviert werden. Dann verursachen sie die sogenannte Gürtelrose (Zoster).

Dokumente

Anhänge

Im ersten Halbjahr 2016 sind die Windpockenfälle in Westfalen-Lippe drastisch gestiegen.

Ein Kind mit Windpocken.
Format: JPG

Größe: 831 KB

Fotograf: AOK/hfr.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0231 4193-10145
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de