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Wieder Abwärtstrend beim ‚Komasaufen‘ in Schleswig-Holstein: Weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus

Pressemitteilung

Kiel (17.06.2020). Trinken bis zum Filmriss? Nein, sagen wieder mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Schleswig-Holstein. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST. Danach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 189 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, drei Prozent weniger als im Vorjahr (195). In 2012 landeten 271 Jugendliche und junge Heranwachsende wegen exzessiven Alkoholkonsums in einer Klinik. „Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Wir dürfen nicht nachlassen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären und zu einem verantwortungsvollen Umgang zu motivieren. Alkoholkonsum kann zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Die rückläufige Entwicklung ist besonders bei Jugendlichen im Alter von 16 bis 20 Jahren auffällig. Hier ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen in 2019 wegen akutem Alkoholrausch im Vergleich zu 2018 um rund 13 Prozent zurückgegangen. Bei den 12- bis 15-Jährigen sind die Klinikaufenthalte durch Rauschtrinken allerdings im Vergleich zum Vorjahr um über 23 Prozent gestiegen.

Wer bereits in jungen Jahren exzessiv Alkohol trinkt, läuft Gefahr, wichtige Hirnfunktionen dauerhaft zu schädigen und eine Alkoholsucht zu entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Jugendliche auch und gerade beim Alkohol Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen.

Für AOK-Chef Ackermann ist der Kampf gegen das ‚Komasaufen‘ eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nicht nur von den Krankenkassen allein geführt werden kann. Neben den Eltern können auch Schulen, Sportvereine und Jugendeinrichtungen gemeinsam mit kommunalen Experten der Suchtprävention hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Daher sind auch Kommunen und Politik gefordert, sich in die Suchtprävention noch stärker einzubringen, die Verfügbarkeit von Alkohol zu verringern und die Lebensverhältnisse und -bedingungen zu verbessern. Als positive Beispiele nannte Ackermann die landesweiten präventiven AOK-Schulprogramme wie den Klarsicht-Parcours ab der 7. Klassenstufe, AlcoMedia‘ ab der 10. Klasse in Kooperation mit der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e. V. (LSSH) oder das Präventionsprojekt ‚HaLT - Hart am Limit‘, eine gemeinsame Initiative von Landes-Gesundheitsministerium, gesetzlichen Krankenkassen und der LSSH. Dabei wird Jugendlichen, die wegen Rauschtrinkens ins Krankenhaus eingeliefert werden, mit einem speziellen Beratungsangebot geholfen. „Die gezielte Ansprache im Krankenhaus ist ein geeigneter und wirkungsvoller Ansatz, um Verhaltensänderungen zu erreichen“, so Ackermann. Eltern erhalten ebenfalls wichtige Tipps, wie sie das Konsumverhalten von Alkohol und anderen Rauschmitteln bei ihren Kindern thematisieren und positiv beeinflussen können. Ein wichtiges Element dabei ist die kommunale Verankerung der Suchtprävention, die die regionalen Suchtberatungsstellen vor Ort koordinieren.

Nach Auffassung der AOK ist Alkohol derzeit noch relativ gut verfügbar, einfach konsumierbar und präsent. Neben der Einschränkung der Verfügbarkeit spielt aus Sicht der AOK auch eine wichtige Rolle, wie der Umgang mit Alkohol vorgelebt wird. „Wenn Eltern, Vereinstrainer, Verwandte und andere wie selbstverständlich alkoholische Getränke zu sich nehmen, ist die Hemmschwelle für Kinder und Jugendliche meist sehr niedrig. Wenn es „normal“ ist, dass am Wochenende, nach sportlicher Aktivität oder bei Feiern viel Alkoholisches getrunken wird, dann übernehmen unsere Kinder und Jugendliche dieses Verhalten eher“, so Ackermann.

Bilder

Trinken bis zum Filmriss? Nein, sagen wieder mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Schleswig-Holstein.

Format: JPG

Größe: 736 KB

Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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