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Sprachtherapie bei Kindern: Deutliche regionale Unterschiede in Westfalen-Lippe

Pressemitteilung

15.12.2016

Dortmund. Für viele Schulanfänger heißt es nicht nur lesen, rechnen und schreiben zu lernen, sondern auch das richtige Sprechen: 26 Prozent der sechsjährigen Jungen in Westfalen-Lippe erhielten im vergangenen Jahr rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie. Bei den gleichaltrigen Mädchen waren es immerhin noch 17,6 Prozent. Das teilte heute die AOK NORDWEST aufgrund des aktuellen Heilmittelberichts 2016 mit. „Das kann als Hinweis verstanden werden, dass viele Kinder heute offensichtlich Expertenhilfe benötigen, um die anstehenden schulischen Herausforderungen meistern zu können“, so Tom Ackermann, Vorstandschef der AOK NORDWEST. Dabei gibt es in Westfalen-Lippe deutliche regionale Unterschiede: In Bottrop (Stadt) erhielten 28,9 Prozent und in Coesfeld 27,6 Prozent der sechsjährigen Jungen eine Sprachtherapie. Dagegen waren es in Hagen nur 15,8 Prozent und in Siegen-Wittgenstein 16,4 Prozent.

Bei Kindern mit Entwicklungsstörungen der Sprache oder des Sprechens werden Sprachtherapien überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Laut AOK-Heilmittelbericht erhalten in Westfalen-Lippe bereits 9,3 Prozent der vierjährigen Jungen eine Sprachtherapie, bundesweit sind es 9,2 Prozent. Bei den Mädchen liegt der Anteil in Westfalen-Lippe bei 6,1 Prozent, auf Bundesebene bei 5,6 Prozent. Im Alter von fünf bis sieben Jahren ist die Inanspruchnahme dieser Therapien am höchsten. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei den sechsjährigen Kindern, sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Verordnungswerte bei den Sechsjährigen schon seit längerem auf einem sehr hohen Niveau eingependelt haben. Nach der Zeit des Schuleintritts wird der Anteil der Kinder, die eine Sprachtherapie erhalten, geringer.

Über die möglichen Ursachen der starken Verbreitung von sprachtherapeutischen Behandlungen rund um den Schuleintritt wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung ist, dass sich die in diesem Alter angemessenen Fähigkeiten bei den Kindern verschlechtert haben. Gleichzeitig wird aber auch ein Wandel der Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder beobachtet, so wie auch ärztliches Diagnoseverhalten und Therapiemöglichkeiten kontinuierlichen Veränderungsprozessen unterliegen. „Auch wenn Sprachtherapien helfen können, Defizite der kindlichen Umwelt zu bewältigen, sollten Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden. Damit kann Entwicklungsstörungen schon in frühen Jahren vorgebeugt werden“, so AOK-Chef Tom Ackermann.

Bilder

Jeder vierte Junge in Westfalen-Lippe erhielt im vergangenen Jahr rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie.

Jeder vierte Junge in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein erhielt im vergangenen Jahr rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie.
Format: JPG

Größe: 307 KB

Fotograf: AOK/hfr.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0231 4193-10145
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de