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Nur wenig Schleswig-Holsteiner nutzen die kostenfreien Angebote: Männer meiden weiterhin Krebs-Früherkennung

Pressemitteilung

17. August 2017

Kiel. Die Männer in Schleswig-Holstein sind beharrliche Vorsorgemuffel. Das bestätigt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST deutlich. Nur jeder fünfte Mann über 45 Jahren (20,0 Prozent) war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau (19,5 Prozent). Bei den Frauen lag der Anteil etwas höher. Hier nutzten immerhin 39,1 Prozent die Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren. Auch hier ist eine minimale Steigerung zu verzeichnen: In 2015 betrug der Anteil 38,4 Prozent. „Sowohl Männer als auch Frauen sollten die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Denn wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen”, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein wurden im nördlichsten Bundesland im Jahr 2014 insgesamt 19.499 Krebs-Neuerkrankungen und 8.692 Todesfälle erfasst.

Gesundheit ist auch Männersache

Es ist schon paradox: Wenn es um das eigene Auto geht, wird dieses regelmäßig gepflegt und bei dem kleinsten ‚Wehwehchen’ zur Werkstatt gefahren. Doch bei der eigenen Gesundheit sind Männer überhaupt nicht vorsorglich. „Viele Männer gehen bei Schmerzen oder anderen Krankheitssymptomen häufig erst spät zum Arzt“, so Ackermann. Warnzeichen des Körpers und Risiken werden oft ignoriert oder bagatellisiert. Erst bei Störungen wird eine ‚Werkstatt‘ aufgesucht. Außerdem meiden viele die Früherkennungsuntersuchungen, weil sie ihnen unangenehm erscheinen oder sie sich noch keine Gedanken darüber gemacht haben. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. „Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, so Ackermann.

Untersuchung für Männer: Prostata und Darmspiegelung

Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab 50 Jahren wird auf Wunsch einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms und ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen. Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können im Abstand von mindestens zehn Jahren zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest.

Krebs-Früherkennung für Frauen

Frauen haben ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich Anspruch auf Krebs-Früherkennung. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 31. Lebensjahr ist zusätzlich ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen. Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings durchgeführt werden. Zur Darmkrebsfrüherkennung wird ab dem 51. Lebensjahr einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms sowie ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten. Ab dem Alter von 55 Jahren gilt auch hier die Wahlmöglichkeit zwischen Darmspiegelungen und Schnelltest.

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Die Männer in Schleswig-Holstein nehmen ihre Gesundheit nicht so wichtig. Nur jeder fünfte Mann über 45 Jahren war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung.

Die Männer in Westfalen-Lippe und in Schleswig-Holstein  nehmen ihre Gesundheit nicht so wichtig. Nicht einmal jeder vierte bzw. jeder fünfte Mann über 45 Jahren war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. Foto: AOK/hfr.
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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
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