Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK NORDWEST
Ort/Kasse korrigieren
Kundencenter werden geladen ...

Neues Projekt Elektronische Arztvisite (elVi) in Pflegeheimen vorgestellt: Der Doktor kommt jetzt online

Pressemitteilung

15. Januar 2018

Kiel/Bad Segeberg. In dieser Woche (17./18. Januar) werden in Kiel zum Kongress „Vernetze Gesundheit“ wieder rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet. In zahlreichen Vorträgen, Workshops und Diskussionsforen geht es vorrangig um Versorgungsfragen und innovative telemedizinische Projekte. Gastgeber Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg stellte heute in Kiel ein solches Projekt mit den Initiatoren von AOK NORDWEST und Kassenärztlicher Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) in Zusammenarbeit mit Praxisnetz Herzogtum-Lauenburg vor: die elektronische Visite (elVi) in Pflegeheimen. „Die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist die große Herausforderung der Gesundheitspolitik. Einer sinkenden Anzahl verfügbarer Fachkräfte im Gesundheits- und Pflegesektor stehen steigende Bedarfe unserer älter werdenden Gesellschaft gegenüber. Vernetzung, Telemedizin und sektorenübergreifende Versorgung tragen dazu bei, dieser Herausforderung zu begegnen“, sagte Gesundheitsminister Garg.

Derzeit arbeiten die AOK NORDWEST und die KVSH gemeinsam mit dem Praxisnetz Lauenburg und dem Hersteller der erforderlichen Technik daran, die vertraglichen und technischen Voraussetzungen für das elVi-Projekt im Kreis Herzogtum Lauenburg zu schaffen. Damit soll ein direkter „Draht“ zwischen Pflegeeinrichtungen und Ärztin/Arzt entstehen: „Ein niedergelassener Arzt und die verantwortliche Pflegekraft halten über ein webbasiertes Videokonferenzsystem per Tablet oder PC eine elektronische Arztvisite ab, um Unklarheiten, Medikationsanfragen, Beurteilungen chronischer Wunden oder Therapievorschläge zu besprechen“, erläutert AOK-Landesdirektor Thomas Haeger.

Dabei gibt es eine Live-Schaltung zwischen der Arztpraxis und der stationären Einrichtung. Die elektronische Visite soll in weiterer Zukunft zudem bei Bedarf um die Erfassung und Übermittlung von Vitalparametern wie Herzrhythmus, Sauerstoffspannung, Körpertemperatur oder Blutzuckergehalt des Patienten ergänzt werden können.

AOK-Landesdirektor Haeger ist von elVi und dessen großen Entwicklungsmöglichkeiten überzeugt: „Das Projekt hat großes Potential und wird mit dazu beitragen, die medizinische Versorgungsqualität älterer Menschen weiter zu verbessern. Dank moderner Technik können die Mediziner schnell sehen, wie es dem Patienten geht und konkret helfen. Unser Ziel ist es, jetzt als AOK NORDWEST voranzugehen und zunächst exklusiv und kostenfrei für unsere Versicherten die elektronische Arztvisite im Praxisnetz Herzogtum Lauenburg ab April 2018 anzubieten. Auch wenn die Digitalisierung und Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen bislang nur zögerlich voran schreitet, machen wir uns davon unabhängig auf den Weg, innovative Projekte wie diese in die medizinische Versorgung einzubinden.“

Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, betont: "Telemedizin ist eine sinnvolle Ergänzung zum persönlichen Kontakt zwischen Patient und Arzt. Vor allem auf dem Land, wo die Wege zur Praxis weiter sein können, machen Anwendungen wie die elektronische Arztvisite Sinn. Sie entlasten den Arzt bei der Betreuung älterer Patienten, die sich auch bei digitaler Kommunikation auf eine hochwertige Versorgung verlassen können."

Geplant ist, ab April zunächst mit fünf Pflegeeinrichtungen an den Standorten Mölln, Ratze-burg, Schwarzenbek, Berkenthin und Geesthacht zu starten und das Projekt, zu dem es bereits einen erfolgreichen Pilotversuch mit AOK-Beteiligung in Bünde (Westfalen-Lippe) gibt, zu evaluieren. In drei Jahren sollen zwei Drittel der Pflegeeinrichtungen des Kreises mit dem Ansatz der Telemedizin zu erreichen sein, so Christina Möllmann vom Praxisnetz Herzogtum Lauenburg. „Die erforderlichen Datenschutz- und Qualitätsstandards werden dabei erfüllt“, ergänzt Claudia Schrewe, Elektronische Visite, deren Unternehmen technisches Konzept und Software entwickelt.

„Die Idee, eine Praxis visuell per Livestream in eine Pflegeeinrichtung zu schalten, damit ein Arzt Pflegekräfte bei Bedarf rasch unterstützen kann, ist so einfach wie gut. Gerade im ländlichen Raum ist das eine große Chance, die zur Entlastung der Akteure beitragen wird. Die Technik wird Ärzte dabei nicht ersetzen, sondern die Gesundheitsberufe sinnvoll ergänzen“, sagte Minister Garg.

Bilder

Demonstrierten die elektronische Arztvisite mit Landes-Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (rechts) und Dr. Hans-Jürgen Beckmann in einer Bünder Praxis, von links: Claudia Schrewe (Software Elektronische Visite), Thomas Haeger (AOK-Landesdirektor), Christina Möllmann (Praxisnetz Herzogtum Lauenburg) und Dr. Monika Schliffke (Vorstand KVSH).

Demonstrierten die elektronische Arztvisite mit Landes-Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (rechts) und Dr. Hans-Jürgen Beckmann in einer Bünder Praxis, von links: Claudia Schrewe (Software Elektronische Visite), Thomas Haeger (AOK-Landesdirektor), Christina Möllmann (Praxisnetz Herzogtum Lauenburg) und Dr. Monika Schliffke (Vorstand KVSH). Foto: Kuschel/AOK/hfr.
Format: JPG

Größe: 1.046 KB

Fotograf: Kuschel/AOK/hfr.

Download

Audio

Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister Schleswig-Holstein (Foto: Frank Peter)
Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister Schleswig-Holstein

Format: MP3

Größe: 1.754 KB

Foto: Frank Peter

Download

Thomas Haeger, AOK-Landesdirektor
Thomas Haeger, AOK-Landesdirektor

Format: MP3

Größe: 1.543 KB

Download

Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH)
Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH)

Format: MP3

Größe: 1.209 KB

Download

Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0431 605-21171
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de