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MRSA-Infektionen in Schleswig-Holstein rückläufig - Weiterhin konsequente Maßnahmen erforderlich

Pressemitteilung

Kiel (15.04.2020). In Schleswig-Holstein ist die Anzahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten MRSA-Infektionen in den letzten fünf Jahren um fast zwei Drittel gesunken. MRSA ist die Abkürzung für "Methicillin resistenter Staphylococcus aureus" und ist bekannt als einer der multiresistenten Krankenhauskeime. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 49 Infektionsfälle gemeldet, in 2015 waren es noch 139. Auf Bundesebene lag im Jahr 2019 die Anzahl der Infektionen bei 1.784 im Vergleich zu 2015 mit 3.612 Infektionen. Das belegen aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin. „Auch wenn die Tendenz rückläufig ist, ist ein zurückhaltender und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich, um der Neubildung von Resistenzen entgegenzuwirken“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.

Gleichzeitig ist bundesweit auch die Zahl der getesteten MRSA-Erreger rückläufig. Die Häufigkeit dieser besonders resistenten Erreger sank bei den getesteten Proben von 2015 bis 2018 um etwa ein Drittel und liegt jetzt bei knapp acht Prozent. Damit ist die Resistenzrate nur etwa halb so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Das belegen aktuelle Analysen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Die in den Krankenhäusern getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Erregers sind demnach erfolgreich.

Zunehmend größere Sorgen als die bekannten MRSA-Erreger bereitet Hygieneexperten die steigende Verbreitung sogenannter multiresistenter gram-negativer Bakterien (MRGN). Denn sie können ebenso zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die nicht leicht zu behandeln sind. Besonders gefährdet sind vorerkrankte Menschen, aber auch Ältere und Neugeborene. Die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein ergreifen zahlreiche Maßnahmen, um hohe Hygienestandards für die Patienten zu gewährleisten. So sind dabei die Sterilisation von medizinischen Geräten, die Durchführung antiseptischer Eingriffe sowie die Händehygiene von Personal, Patienten und Besuchern von wesentlicher Bedeutung. Besonders mit einer sorgfältigen Händehygiene wird mit geringem Aufwand ein großer Beitrag zum Gesundheitsschutz aller geleistet.

Neben einer effektiven Infektionskontrolle und -prävention ist auch in diesem Fall ein gemäßigter Einsatz von Antibiotika ein entscheidender Faktor gegen die Resistenzbildung. „Eine zurückhaltende Verordnung von Antibiotika und ein sensibler Umgang sind wichtig, um die Entwicklung von Resistenzen zu verringern. Die Resistenzlage ändert sich jedoch im Laufe der Zeit und ältere Antibiotika können in der Behandlung von Patienten wieder an Bedeutung gewinnen. Es ist deshalb wichtig, dass der Arzt das passende Antibiotikum stets individuell auswählt“, sagt Dr. Dieter Herzig, Apotheker der AOK NORDWEST. Aber auch Patienten können dazu beitragen, Resistenzentwicklungen aufzuhalten, indem sie die Einnahmehinweise zu den Zeitabständen und zur Dauer der Medikation genau beachten.

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In Schleswig-Holstein ist die Anzahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten MRSA-Infektionen in den letzten fünf Jahren um fast zwei Drittel gesunken. Die Kliniken im Land ergreifen zahlreiche Maßnahmen, um hohe Hygienestandards für die Patienten zu gewährleisten.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
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