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Krankschreibungen von Arbeitnehmern in der Pandemie: Erziehungs- und Gesundheitsberufe in Westfalen-Lippe am stärksten von Covid-19 betroffen

Pressemitteilung

Dortmund (09.03.2021). Beschäftigte in Erziehungs- und Gesundheitsberufen waren in Westfalen-Lippe von März bis Dezember 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Das ergab eine aktuelle Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der Mitglieder der AOK NORDWEST. Am häufigsten haben in diesem Zeitraum Medizinische Fachangestellte und Beschäftigte in der Kinderbetreuung und -erziehung sowie in der Altenpflege im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz gefehlt. „Die Ergebnisse bestätigen erneut unsere bisherigen Analysen. Danach waren Beschäftigte aus Berufen mit vielen Kontakten zu anderen Menschen im bisherigen Verlauf der Pandemie stärker von Covid-19 betroffen als andere Berufsgruppen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST.

Insgesamt erhielten von den AOK-versicherten Erwerbstätigen in Westfalen-Lippe von März bis Dezember 2020 genau 19.466 Beschäftigte von einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Das entspricht 1.833 Erkrankte je 100.000 AOK-versicherten Beschäftigten oder 1,83 Prozent der AOK-versicherten Erwerbstätigen. Bei weniger als der Hälfte der betroffenen Beschäftigten wurde der gesicherte Nachweis der Infektion mit SARS-CoV-2 auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert (47,6 Prozent). Bei den übrigen Fällen lag ein klinischer Covid-19-Verdacht ohne Virusnachweis vor.

Medizinische Fachangestellte stark von Covid-19 betroffen

Insbesondere Medizinische Fachangestellte waren von März bis Dezember 2020 vergleichsweise häufig von Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Hier war die AU-Quote mit 3,7 Prozent am höchsten. Auf den folgenden Rängen landeten die Berufe in der Kindererziehung und -betreuung (3,65 Prozent), in der Altenpflege (3,24 Prozent) und die Zahnmedizinischen Fachangestellten (3,19 Prozent). Die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 zeigten sich von März bis Dezember in Berufen der Hochschullehre und -forschung mit einer AU-Quote von 0,43 Prozent und in der Landwirtschaft (0,56 Prozent).

Regionale Unterschiede in Westfalen-Lippe

Regionale Unterschiede im Covid-19-Infektionsgeschehen spiegeln sich auch bei den AU-Quoten wider. Die höchste AU-Quote lag in der Stadt Dortmund mit 2,5 Prozent gefolgt von den Kreisen Lippe (2,4 Prozent), Warendorf (2,18 Prozent), Herford (2,13 Prozent), Coesfeld (2,12 Prozent), Gütersloh (2,06 Prozent) und Borken (1,99 Prozent). Hingegen waren die Corona-bedingten AU-Quoten im Ennepe-Ruhr-Kreis und Gelsenkirchen (jeweils 1,32 Prozent) sowie Münster (1,27 Prozent) und Herne (1,02 Prozent) im westfälisch-lippischen Vergleich am geringsten.

Erhebliche Schwankungen beim Krankenstand

Die Covid-19-Pandemie hat die bisherige AU-Statistik des Jahres 2020 stark beeinflusst und zu teilweise erheblichen Schwankungen geführt. Zunächst gab es zu Beginn der Pandemie im März einen deutlichen Anstieg des Krankenstandes auf 8,3 Prozent im Vergleich zu Februar mit 7,0 Prozent. Von Mai (4,9 Prozent) bis August (5,2 Prozent) zeigte sich insgesamt ein deutlicher Rückgang, der jedoch ab September (5,9 Prozent) in die zweite Welle überging und im November erneut einen hohen Wert von 6,3 Prozent erreichte.

Längere Krankheitsdauer bei psychischen Erkrankungen und Burnout

Auffällig ist, dass nach einem stetigen Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren erstmals wieder ein Rückgang zu verzeichnen ist. „Es ist zu vermuten, dass viele psychisch erkrankte Beschäftigte insbesondere in den beiden Lockdown-Phasen aus Angst vor Ansteckung auf einen Arztbesuch verzichtet haben“, sagt Ackermann. Allerdings zeigt sich parallel zur Abnahme der Fallzahlen von psychisch bedingten Krankschreibungen eine sprunghafte Zunahme deren Länge. So stieg die Dauer eines durchschnittlichen psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeitsfalls bei den AOK-Mitgliedern in Westfalen-Lippe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 3,6 Tage von 26,9 Tage auf 30,5 Tage. Bei Burnout war ein Anstieg von 19,9 Tage in 2019 auf 23,2 Tage in 2020 zu verzeichnen. Damit bekam der Trend der letzten Jahre zu immer längeren Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen im Pandemie-Jahr 2020 einen weiteren Schub.

Bilder

Beschäftigte in der Kinderbetreuung und -erziehung haben in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz häufig gefehlt.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0800 2655-505528
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