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Krätze-Fälle in Westfalen-Lippe deutlich gestiegen

Pressemitteilung

Dortmund (08.04.2019). Die Anzahl der Krätze-Fälle ist in Westfalen-Lippe deutlich gestiegen. Wurden im Jahr 2016 rund 18.200 Fälle verzeichnet, waren es in 2017 schon über 31.500. In 2018 wurde diese Zahl bereits annähernd in den ersten drei Quartalen erreicht. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NORDWEST hervor. „Der Anstieg wird auch bei den Medikamenten-Verordnungen deutlich“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. So stieg die Anzahl der Verordnungen für Medikamente wie Salben und Tabletten, die üblicherweise bei der Behandlung von Krätze eingesetzt werden, allein bei den AOK-Versicherten in Westfalen-Lippe in 2018 gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent an. Die Gesamtausgaben für die Medikamente lagen 2018 bei rund 2,3 Millionen Euro und damit über 40 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor.

Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten, so genannten Krätzmilben, ausgelöst wird. Lange Zeit schien diese Erkrankung vergessen zu sein. Doch die Zahlen belegen, dass sie wieder auf dem Vormarsch ist. Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Durch den starken Juckreiz ist die Haut oft mit blutigen Kratzspuren übersät. Die Symptome entstehen vor allem durch eine Hautentzündung. Denn wenn Krätzmilben die Haut besiedeln, wird die Haut geschädigt. Dadurch reagiert das Immunsystem und es kommt zu entzündlichen Prozessen mit den typischen Hautveränderungen. Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht schon aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung mit Krätze jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun.

Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je mehr Krätzmilben sich auf der Hautfläche befinden. Direkt von Mensch zu Mensch ist die gewöhnliche Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Dementsprechend sind Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten mit gewöhnlicher Skabies ohne Risiko. Auch eine indirekte Übertragung über Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. So kann es auch in Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen zur Ansteckung kommen.

Um Krätze schnell wieder los zu werden, ist im Erkrankungsfall eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig. Diese zielen vor allem darauf ab, die Milben mitsamt Larve und Eiern abzutöten. „Hygiene und ein gestärktes Immunsystem spielen für den Verlauf eine große Rolle“, so Ackermann. Häufiges Duschen oder Baden und ein guter Immunstatus erschweren die Vermehrung der Milben. Sinnvoll ist es, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Geht dies bei bestimmter Kleidung nicht, dann kann diese für mindestens zwei Stunden im Gefrierschrank bei mindestens Minus 25 Grad aufbewahrt werden. Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt werden. Außerdem sollten Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden.

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Die Anzahl der Krätze-Fälle ist in Westfalen-Lippe deutlich gestiegen.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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