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Komasaufen in Coronazeiten: Deutlich weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung in Schleswig-Holsteins Kliniken

Pressemitteilung

Kiel (29.06.2021). Mit geschlossenen Gastronomien und Kontaktbeschränkungen lässt es sich nicht gut feiern. Doch die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln rund um die Corona-Pandemie hatten offenbar auch positive Effekte: In Schleswig-Holstein gab es einen starken Rückgang beim Komasaufen. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST. Danach wurden im vergangenen Jahr insgesamt nur 97 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, knapp 50 Prozent weniger als im Vorjahr (189). In 2012 landeten 271 Jugendliche und junge Heranwachsende wegen exzessiven Alkoholkonsums in einer Klinik. „Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Denn die Feierlaune wird mit den fallenden Inzidenzen und gelockerten Einschränkungen wieder steigen. Wir dürfen nicht nachlassen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären und zu einem verantwortungsvollen Umgang zu motivieren“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Alkoholkonsum kann zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden. Wer bereits in jungen Jahren exzessiv Alkohol trinkt, läuft Gefahr, wichtige Hirnfunktionen dauerhaft zu schädigen und eine Alkoholsucht zu entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Jugendliche auch und gerade beim Alkohol Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen.

Für AOK-Chef Ackermann ist der Kampf gegen das ‚Komasaufen‘ eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nur von allen Beteiligten gemeinsam gemeistert werden kann. Neben den Eltern spielen auch Schulen, Sportvereine und Jugendeinrichtungen gemeinsam mit kommunalen Experten der Suchtprävention eine wichtige Rolle. So sind auch Kommunen und Politik gefordert, sich in die Suchtprävention noch stärker einzubringen, die Verfügbarkeit von Alkohol zu verringern und insgesamt die Lebensverhältnisse und -bedingungen zu verbessern.  Als positive Beispiele nannte Ackermann die landesweiten präventiven AOK-Schulprogramme wie den Klarsicht-Parcours ab der 7. Klassenstufe, AlcoMedia‘ ab der 10. Klasse in Kooperation mit der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e. V. (LSSH) oder das Präventionsprojekt ‚HaLT - Hart am Limit‘, eine gemeinsame Initiative von Landes-Gesundheitsministerium, gesetzlichen Krankenkassen und der LSSH. Dabei wird Jugendlichen, die wegen Rauschtrinkens ins Krankenhaus eingeliefert werden, mit einem speziellen Beratungsangebot geholfen. „Die gezielte Ansprache im Krankenhaus ist ein geeigneter und wirkungsvoller Ansatz, um Verhaltensänderungen zu erreichen“, so Ackermann. Eltern erhalten ebenfalls wichtige Tipps, wie sie das Konsumverhalten von Alkohol und anderen Rauschmitteln bei ihren Kindern thematisieren und positiv beeinflussen können. Ein wichtiges Element dabei ist die kommunale Verankerung der Suchtprävention, die die regionalen Suchtberatungsstellen vor Ort koordinieren.

Nach Auffassung der AOK ist Alkohol derzeit noch relativ gut verfügbar, einfach konsumierbar, präsent und nach wie vor ein gesellschaftlich akzeptiertes Suchtmittel. Neben der Einschränkung der Verfügbarkeit ist aus Sicht der AOK wichtig, wie der Umgang mit Alkohol vorgelebt wird. „Wenn Eltern, Vereinstrainer, Verwandte und andere wie selbstverständlich alkoholische Getränke zu sich nehmen, ist die Hemmschwelle für Kinder und Jugendliche meist sehr niedrig. Wenn es „normal“ ist, dass am Wochenende, nach sportlicher Aktivität oder bei Feiern viel Alkoholisches getrunken wird, dann übernehmen unsere Kinder und Jugendliche dieses Verhalten eher“, so Ackermann.

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Die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln rund um die Corona-Pandemie hatten offenbar auch positive Effekte: In Schleswig-Holstein gab es einen starken Rückgang beim Komasaufen.

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Fotograf: AOK/hfr

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Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
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