Angebot anzeigen für:

Immer höhere Arzneimittel-Ausgaben in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung

Kiel (05.04.2019). In Schleswig-Holstein steigen die Ausgaben für Arzneimittel unverändert an: Im vergangenen Jahr verordneten die niedergelassenen Ärzte im Land für die rund 2,5 Millionen gesetzlich Versicherten Medikamente im Wert von über 1,34 Milliarden Euro. Das ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von über 45 Millionen Euro (3,5 Prozent). Dies teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis der aktuellen Statistiken des GKV-Spitzenver-bandes mit. „Hauptursache dieses Anstiegs und Kostentreiber sind nach wie vor die neuen patentgeschützten Arzneimittel. Dabei verstärken immer höhere Einführungspreise diesen Trend. Wir fordern deshalb, dass die verhandelten Erstattungspreise rückwirkend vom ersten Tag des Marktzugangs gelten“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Weiteres Einsparpotenzial sieht der AOK-Chef durch den Einsatz von Biosimilars. Dabei handelt es sich um Nachahmerprodukte von hochpreisigen biologischen Arzneimitteln. Die Hochpreisstrategie bei den patentgeschützten Arzneimitteln belastet die Krankenkassen erheblich. Denn in Deutschland können Hersteller nach wie vor für die ersten zwölf Monate den Preis ihres Arzneimittels frei festlegen und Mondpreise dafür verlangen. Erst nach einem Jahr gilt ein zwischen dem Anbieter und dem GKV-Spitzenverband auf der Grundlage der frühen Nutzenbewertung ausgehandelter Erstattungspreis. „Um der Hochpreisstrategie der Pharmafirmen zu begegnen, sollten sich die Erstattungspreisverhandlungen stärker am Zusatznutzen eines Wirkstoffs orientieren und die verhandelten Preise rückwirkend ab dem ersten Tag des Marktzugangs gelten“, so Ackermann.

Zur Senkung der Arzneimittel-Ausgaben führt nach Ansicht von AOK-Chef Ackermann außerdem kein Weg an Biosimilars vorbei. Was bei Generika funktioniert, fristet bei Biosimilars noch ein Schattendasein. Denn das Einsparpotenzial wird bei weitem nicht ausgeschöpft. Daher begrüßt Ackermann das vom Gesundheitsministerium geplante ‚Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung‘ (GSAV). Dies sieht vor, dass zukünftig hochpreisige biologische Arzneimitteln durch hochwertige Biosimilars ersetzt werden können – und das ohne Qualitätseinbußen für die Patienten. „Ein konsequenter Einsatz preisgünstiger Biosimilars könnte helfen, die Kosten spürbar zu senken. Denn durch das Gesetz wäre zukünftig mehr Wettbewerb auch bei biologischen Arzneimitteln möglich“, so Ackermann. Für ihn stellt das geplante Gesetz einen wichtigen Schritt zu mehr Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung dar. Unverständlich bleibe allerdings, warum diese Regelung erst nach einer Übergangszeit von drei Jahren in Kraft treten soll. Denn bereits seit einigen Jahren seien Biosimilars verfügbar, doch deren Marktdurchdringung immer noch gering. „Unter diesen Bedingungen könnte das bewährte Instrument der Rabattverträge auch kurzfristig im Biosimilarmarkt zum Einsatz kommen“; sagt Ackermann.

Im Durchschnitt bekam 2018 jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für rund 542 Euro verordnet. Damit lag Schleswig-Holstein unter dem bundesweiten Wert von 636 Euro. Insgesamt haben die Patienten im vergangenen Jahr Zuzahlungen für Arzneimittel in Höhe von über 79,6 Millionen Euro geleistet, das sind durchschnittlich mehr als 32 Euro je Versicherten.

Bilder

Die Arzneimittelausgaben steigen weiter. Im Durchschnitt bekam 2018 jeder gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein Arzneimittel für rund 542 Euro verordnet.

Format: JPG

Größe: 626 KB

Fotograf: AOK/hfr

Download

Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de