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Herausforderung Altersstruktur - steigender Bedarf an gesundheitlicher Prävention

Pressemitteilung

28. Juni 2017

Kiel. Die steigende Anzahl älterer Menschen stellt die Kommunen und den primären Gesundheitssektor vor große Herausforderungen. Maßnahmen zur Früherkennung und Unterstützung von älteren Menschen mit einer Gesundheitsgefährdung sind daher von hoher Bedeutung. Das EU finanzierte, deutsch-dänische Innovationsprojekt WIPP (Welfare Innovations in Primary Prevention; Wohlfahrtsinnovationen in der Primärprävention) entwickelt hierzu erstmalig evidenz-basierte Instrumente und Maßnahmen.

Vor allem der medizinische Fortschritt und die niedrige Geburtenrate führen dazu, dass die Bevölkerung immer älter wird. Die Vereinten Nationen sagen weitere deutliche Anstiege bei der Bevölkerung über 65 Jahre voraus: Nachdem 14,8% im Jahr 2000 zu dieser Gruppe gehörten, werden ab dem Jahr 2030 über 22% der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein. Gerade in Schleswig-Holstein wird sich nach Schätzungen der Bertelsmann-Stiftung die Altersstruktur sehr ungünstig verschieben. Das eigene Älterwerden aktiv und gesund zu gestalten, ist daher für die Menschen im nördlichsten Bundesland besonders bedeutsam. Wie dies gelingen kann, will das Projekt WIPP (Welfare Innovations in Primary Prevention; Wohlfahrtsinnovationen in der Primärprävention) aufzeigen.

Dementsprechend besteht der Bedarf an Erhebungsinstrumenten für die Früherkennung (Screening) und an Maßnahmen zur Unterstützung der sozialen Teilhabe, betont Paolo Caserotti, Leiter des Institutes für Sport und Biomechanik der Syddansk Universitet (SDU) und dänischer Projektleiter. So sollen im Rahmen des WIPP-Projektes auf deutscher Seite Personen mit einer Gesundheitsgefährdung in den Kieler Stadtteilen Suchsdorf und am Ostufer anhand eines Gesprächsleitfadens erkannt werden. Dazu sollen präventive Hausbesuche durch die Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung am Kieler Ostufer und die Landeshauptstadt Kiel, Amt für Soziale Dienste, in Suchsdorf durchgeführt werden. Gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren werden dann gezielte Maßnahmen gefunden, die das aktive und gesunde Älterwerden fördern. Ziel ist es, ein neues Modell zur Gesundheitsvorsorge zu entwickeln.

Einzigartige Zusammenarbeit ermöglicht innovative und nachhaltige Lösungen!

Quadrupel-Helix-Kooperation
Das WIPP-Projekt nutzt hierzu die Stärken der Partnerinnen und Partner aus der Bevölkerung, den Kommunen und der Wissenschaft sowie Unternehmen aus Deutschland und Dänemark (Quadrupel-Helix-Kooperation, s. Abb. rechts). So betont Jürgen Steinbrink, Vorstand der Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung, die gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel in der Kommune das Projekt umsetzt, dass das Projektziel „Gesund und aktiv altern“ passgenau den Stiftungszweck „Mehr Lebensqualität im Alter“ ergänzt und durch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Kiel und der AOK NORDWEST die kommunale Vernetzung verbessert wird und hierdurch die Einflussmöglichkeiten nochmals nachdrücklich erhöht werden.

Die Lebensqualität und die soziale Teilhabe werden nachhaltig verbessert!

Das Besondere an dem WIPP-Projekt hebt Kerstin Berszuck, Referentin für Prävention bei der AOK NORDWEST, hervor: „Eine Voraussetzung für den Erfolg gesundheitsfördernder Maßnahmen ist, dass die Bedürfnisse der Zielgruppe in die Planung einfließen. Hier bietet das WIPP-Projekt beste Chancen: Durch die Erkenntnisse aus den Hausbesuchen und die Expertise aller Projektpartner können wir genau auf die Bedürfnisse derjenigen eingehen, die wir bisher mit Präventionsmaßnahmen schwer erreichen. So funktioniert innovative und nachhaltige Prävention!“ Auch die Leitstelle „Älter werden“ der Landeshauptstadt Kiel – Amt für Soziale Dienste unterstreicht das Potenzial des Projektes: „Das WIPP-Projekt bietet die Chance, dass gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Akteurinnen und Akteuren auf kommunaler Ebene, den Einrichtungen und Institutionen der Offenen Arbeit für Seniorinnen und Senioren Perspektiven und Projekte entwickelt werden. Dadurch werden Potentiale erkennbar gemacht und das soziale Miteinander gestärkt. Außerdem werden das freiwillige Engagement weiterentwickelt, Barrieren abgebaut und die präventiven Angebote ortsnah initiiert.“

Unterstützt werden die beiden kommunalen Einrichtungen und die AOK NORDWEST durch die dänischen und deutschen Universitäten, die eine hohe wissenschaftliche Güte der Analyse der Problemlage sowie darauf aufbauend der Planung, Umsetzung und Evaluation des Projektes sicherstellen. Manfred Wegner, Leiter des Arbeitsbereiches „Sportpsychologie/Bewegungswissenschaft“ des Institutes für Sportwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, freut sich auf die Erstellung und Anwendung diagnostischer Verfahren zur Früherkennung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils. Die Entwicklung maßgeschneiderter Handlungspläne zur Überwindung bisheriger Barrieren stellt einen Schwerpunkt seines Arbeitsbereichs dar. Ziel ist es: „Die älteren Bürgerinnen und Bürger möglichst lange selbstbestimmt zu Hause wohnen zu lassen!“

Paolo Caserotti beschreibt den langfristigen Nutzen des Projektes wie folgt: „Die Kommunen können durch das Projekt neue Technologien nutzen, einen Leitfaden zur Früherkennung sowie einen „Werkzeugkasten“ mit möglichen Handlungsplänen zur Förderung der Lebensqualität und sozialen Teilhabe erhalten. Hierdurch können die Kommunen die großen Herausforderungen besser bewältigen!“ Petra Hampel, Sprecherin des Institutes für Gesundheits-, Ernährungs- und Sportwissenschaften der Europa-Universität Flensburg, ergänzt, dass das EU-Gesundheitsprogramm zum Ziel hat, die gesunden Lebensjahre von 2014 bis 2020 um zwei Jahre pro EU-Bürger zu erhöhen. Sie unterstreicht: „Dieses grenzüberschreitende Projekt trägt maßgeblich dazu bei, das Ziel des EU-Gesundheitsprogramms in dieser dynamischen Region in Schleswig-Holstein sowie in Süddänemark und Seeland zu erreichen! Die Nachhaltigkeit des Projektes wird außerdem durch die Gründung eines Observatoriums gesichert, an dem sich alle wesentlichen Akteure des Gesundheitssektors beteiligen.“

Fakten:

Das WIPP-Projekt ist im Programm Interreg5a Deutschland-Danmark angesiedelt. Es hat ein Budget von 2,7 Millionen Euro und wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Die Projektdauer beträgt 3 Jahre von Oktober 2016 bis September 2019. Lesen Sie mehr zu WIPP auf: www.wipp-online.eu

Rückfragen gern per E-Mail an petra.hampel@uni-flensburg.de.

Dokumente

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Die Akteure bei der Auftaktveranstaltung des Interreg-Projektes WIPP im Kieler Rathaus (v. l.): Frank Reiser (Landeshauptstadt Kiel), Kerstin Berszuck (AOK NORDWEST), Iwan Alstrup (Syddansk Universitet, SDU), Arne Leisner (Landeshauptstadt Kiel), Prof. Dr. Petra Hampel (Europa-Universität Flensburg), Prof. Dr. Paolo Caserotti (Projektleiter, SDU), Gesa Rogowski, (Kral-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung), Stadtrat Gerwin Stöcken (Landeshauptstadt Kiel), Prof. Dr. Manfred Wegner (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) und Jürgen Steinbrink (Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung).

Die Akteure bei der Auftaktveranstaltung des Interreg-Projektes WIPP im Kieler Rathaus (v. l.): Frank Reiser (Landeshauptstadt Kiel), Kerstin Berszuck (AOK NORDWEST), Iwan Alstrup (Syddansk Universitet, SDU), Arne Leisner (Landeshauptstadt Kiel), Prof. Dr. Petra Hampel (Europa-Universität Flensburg), Prof. Dr. Paolo Caserotti (Projektleiter, SDU), Gesa Rogowski, (Kral-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung), Stadtrat Gerwin Stöcken (Landeshauptstadt Kiel), Prof. Dr. Manfred Wegner (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) und Jürgen Steinbrink (Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung). Foto: AOK/hfr.
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Fotograf: AOK/hfr.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0431 605-21171
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de