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Heilmittelbericht 2020: Jeder siebte Diabetes-Patient in Westfalen-Lippe wird podologisch behandelt - Amputationen rückläufig

Pressemitteilung

Dortmund (29.12.2020). In Westfalen-Lippe ist jeder siebte bei der AOK versicherte Diabetes-Patient im Jahr 2019 podologisch behandelt worden. Das geht aus dem aktuellen Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Danach stieg die Zahl der podologischen Behandlungen von Diabetes-Patienten in den letzten zehn Jahren um 74,2 Prozent an. Die Fuß-Amputationsrate hingegen nahm im gleichen Zeitraum um 12,9 Prozent ab. „Wir führen das vor allem auf die strukturierten Behandlungen im Disease-Management-Programm (DMP) ‚AOK-Curaplan‘ für Diabetes-Patienten zurück. Darin sind auch regelmäßige ärztliche Kontrollen der Füße und bei Bedarf podologische Verordnungen vorgesehen. Mit der fachgerechten Beobachtung und Behandlung der Füße von Diabetes-Patienten können schwerwiegende Schäden wie das diabetische Fuß-Syndrom und damit letztlich auch das Risiko für Amputationen von Füßen oder Unterschenkeln reduziert werden“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.

Rund 235.000 AOK-Versicherte in Westfalen-Lippe sind an Diabetes mellitus vom Typ 1 oder vom Typ 2 erkrankt. Bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel steigt das Risiko für Schädigungen an den Nerven und Blutgefäßen. In der Folge kann es, oftmals zunächst unbemerkt, zu Haut- und Nagelveränderungen kommen, so dass sich kleinste Verletzungen infizieren und zu Geschwüren entwickeln können. Weit fortgeschrittene Komplikationen können eine Amputation oder Teilamputation von Fuß oder Unterschenkel notwendig machen. Bei etwa einem Drittel (35,0 Prozent) der AOK-versicherten Diabetes-Patienten lagen 2019 Neuropathien, ein diabetisches Fuß-Syndrom oder beide Folge-Erkrankungen gleichzeitig vor.

Aktuell jeder siebte Diabetes-Patient mit Behandlung des Fußes

Über 34.500 an Diabetes erkrankte AOK-Versicherte haben 2019 von einem Arzt eine Behandlung des Fußes beim Podologen verordnet bekommen. Insgesamt wurden über 250.500 podologische Behandlungen durchgeführt. Von den 75- bis 89-jährigen Diabetes-Patienten erhielten 20,9 Prozent eine podologische Therapie. Außerdem zeigt sich, dass die podologische Behandlungsrate unter den Diabetes-Patienten in Westfalen-Lippe in den Jahren 2009 bis 2019 deutlich angestiegen ist. Die podologischen Leistungen wurden 2002 in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen, und die Zahl der Leistungserbringer ist im Laufe der Jahre langsam angestiegen. Dies wird auch auf der Seite der Patienten deutlich: Während es im Jahr 2009 insgesamt 84,4 podologisch behandelte AOK-Versicherte je 1.000 AOK-Versicherte mit Diabetes mellitus gab, waren es im Jahr 2019 bereits 147,0. Damit stieg die Behandlungsrate um 74,2 Prozent. „Dies ist sicherlich auch auf die Disease-Management-Programme zurückzuführen“, so Ackermann. Das DMP-Programm ‚AOK-Curaplan‘ für Diabetiker ist fester Bestandteil der Versorgung und wird derzeit von über 130.000 AOK-Versicherten in Westfalen-Lippe genutzt.

Der Heilmittelbericht 2020

Für den Heilmittelbericht 2020 hat das WIdO bundesweit insgesamt rund 46 Millionen Heilmittelleistungen ausgewertet, die 2019 zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet wurden. Heilmittel umfassen physiotherapeutische, sprachtherapeutische, ergotherapeutische und podologische Leistungen, die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Der Heilmittelbericht steht zum kostenfreien Download zur Verfügung: www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/heilmittelbericht/2020/

Bilder

Die Zahl der podologischen Behandlungen von Diabetes-Patienten in Westfalen-Lippe ist in den letzten zehn Jahren um über 70 Prozent angestiegen. Erfreulich: Die Fuß-Amputationsrate nahm hingegen im gleichen Zeitraum um über zehn Prozent ab.

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Größe: 251 KB

Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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