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Brustkrebsfrüherkennung kann Leben retten: Zehn Jahre Mammographie-Screening in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung

14. September 2017

Lübeck. Das Mammographie-Screening in Schleswig-Holstein feiert in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. Seit dem Start des Programms im Mai 2007 wurden rund 850.000 Früherkennungsuntersuchungen auf Brustkrebs durchgeführt. Dabei wurden bei etwa 6.200 Frauen Karzinome entdeckt – in den meisten Fällen in einem frühen Stadium und daher mit guten Heilungschancen für die Frauen.

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie im Screening-Programm. In den vergangenen zehn Jahren hat die Zentrale Stelle Mammographie-Screening in Bad Segeberg rund 1,7 Millionen Einladungen zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm verschickt. Insgesamt nahmen etwa 325.000 Frauen dieses Präventionsangebot an und ließen ihre Brust röntgen.

Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg betonte: „Früherkennung kann Leben retten! Und sie hat in den vergangenen 10 Jahren viele Leben von an Brustkrebs erkrankten Frauen gerettet. Jedes einzelne ist ein Erfolg und eine Bestätigung für die Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung: Nutzen Sie die Informationsangebote zum Mammographie-Screening und das angebotene Gespräch mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Machen Sie mit!“

Viele Frauen wurden innerhalb der vergangenen zehn Jahre bereits mehrfach untersucht. Die Teilnahmerate liegt aktuell bei rund 46 Prozent. „Mit dem Ergebnis können wir noch nicht zufrieden sein. Unser gemeinsames Ziel ist, noch besser zu werden und diesen Wert deutlich zu steigern. Deshalb appellieren wir an alle Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren, das kostenlose Angebot zur Früherkennung von Brustkrebs noch besser zu nutzen“, sagte AOK-Landesdirektor Thomas Haeger, Vorsitzender des landesweiten Netzwerks Betrifft Brust.

Durch das Mammographie-Screening werden Karzinome - also bösartige Tumore - sehr viel häufiger in einem frühen Stadium gefunden. Bundesweite Zahlen der Kooperationsgemeinschaft Mammographie belegen, dass 80 Prozent der entdeckten Karzinome kleiner als zwei Zentimeter sind. Vor Einführung des Screenings lag dieser Anteil bei nur 49 Prozent. Außerdem sind die Lymphknoten immer öfter noch nicht befallen, wenn ein Karzinom entdeckt wird. Das trifft mittlerweile in 78 Prozent der Fälle zu. Vor Beginn des Screening-Programms lag dieser Wert bei 57 Prozent. Beide Faktoren verbessern die Prognose für die von Brustkrebs betroffenen Frauen.

„Dies zeigt, wie effektiv das Früherkennungsprogramm ist“, unterstrich Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. „Die wichtigste Botschaft des Mammographie-Screenings ist, dass Frauen damit vor dem Brustkrebstod bewahrt werden können.“

Neben besseren Heilungschancen profitieren die Frauen außerdem von einer schonenderen Therapie: „Die Brust kann häufiger erhalten werden, eine Bestrahlung wird seltener erforderlich. Gleichzeitig ist meistens keine Chemotherapie notwendig und die Prognose oft besser“, so Dr. Susanne Wulff, niedergelassene Gynäkologin aus Lübeck und Programmverantwortliche Ärztin für die Screening-Einheit „Östliches Schleswig-Holstein“. Dort wurde vor zehn Jahren das landesweite Programm gestartet.

Wie wichtig eine regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening ist, zeigt das Beispiel von Cornelia Wulff (57) aus Bad Schwartau. Die Patientin von Dr. Susanne Wulff - die Namensgleichheit ist zufällig! - hat bereits mehrfach am Screening teilgenommen und wurde aufgrund einer Auffälligkeit zu einer Nachuntersuchung eingeladen. Letztendlich stellte sich der Verdacht auf Brustkrebs als falsch heraus. Die regelmäßigen Kontrollen, aber auch die weiterführende Untersuchung hätten ihr Sicherheit gegeben, erklärte Cornelia Wulff: „Ich appelliere an alle Frauen, angstfrei an die Sache heranzugehen und das Angebot zum Mammographie-Screening als Chance zu begreifen.“

Die Untersuchung

Beim Mammographie-Screening werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Das dauert nur wenige Minuten. Die Aufnahmen werden in den folgenden Tagen sorgfältig ausgewertet. Zwei speziell ausgebildete Fachärzte suchen unabhängig voneinander die Röntgenbilder nach Veränderungen ab. Auffällige Befunde werden mit einem weiteren Spezialisten beraten. In der Regel bekommen die Frauen innerhalb von sieben Werktagen nach der Untersuchung einen Brief mit dem Ergebnis. Die meisten erhalten einen unauffälligen Befund. Auch wenn der Befund auffällig sein sollte, bedeutet das nicht automatisch, dass Krebs gefunden wurde.

In Schleswig-Holstein sorgen sechs stationäre Screening-Zentren und vier mobile Röntgenstationen - sogenannte Mammobile - für ein flächendeckendes und wohnortnahes Früherkennungs-Angebot. Die Standorte und den Fahrplan der Mammobile sind im Internet unter www.mamma-screening-sh.de/regionen.html zu finden.

Hintergrund

Das Mammographie-Screening-Programm ist eine zusätzliche, freiwillige Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Die Frauen müssen nur ihre Versichertenkarte mitbringen. Die Untersuchung ist für gesetzlich Versicherte kostenlos, bei privat versicherten Frauen richtet sich die Kostenübernahme nach dem individuellen Vertrag.

Unter der zentralen Rufnummer 04551 / 89 89 00 können sich die Frauen informieren und selbst einen Termin vereinbaren, falls ihnen der per Einladung vorgeschlagene Termin nicht passt.

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Allein in Schleswig-Holstein erkrankten im Jahr 2014 fast 2.900 Frauen neu an Brustkrebs. Etwa 750 starben daran.

Unter dem Dach der Gesundheitsinitiative der Landesregierung haben das Gesundheitsministerium, die gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) und die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) bereits im Jahr 2005 gemeinsam das Netzwerk „BETRIFFT BRUST“ gegründet. Das Mammographie-Screening bildet eine der vier Säulen zur Brustkrebsfrüherkennung und -versorgung. Weitere Infos unter: www.betrifft-brust.de.

Dokumente

Gemeinsame Presseinformation

Presseinformation vom 14.9.2017 (PDF, 32 KB)

Bilder

Zogen eine positive Bilanz nach zehn Jahren Mammographie-Screening in Schleswig-Holstein, von links: Thomas Haeger (AOK-Landesdirektor), Cornelia Wulff (Patientin), Dr. Heiner Garg (Landes-Gesundheitsminister), Dr. Susanne Wulff (programmverantwortliche Ärztin) und Dr. Monika Schliffke (KVSH-Vorstandsvorsitzende).

Zogen eine positive Bilanz nach zehn Jahren Mammographie-Screening in Schleswig-Holstein, von links: Thomas Haeger (AOK-Landesdirektor), Cornelia Wulff (Patientin), Dr. Heiner Garg (Landes-Gesundheitsminister), Dr. Susanne Wulff (programmverantwortliche Ärztin) und Dr. Monika Schliffke (KVSH-Vorstandsvorsitzende). Foto: Kuschel/AOK/hfr
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Fotograf: Kuschel/AOK/hfr.

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Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister Schleswig-Holstein (Foto: Frank Peter)
Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister Schleswig-Holstein
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 Thomas Haeger, AOK-Landesdirektor
Thomas Haeger, AOK-Landesdirektor

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Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH)
Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH)

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Dr. Susanne Wulff, programmverantwortliche Ärztin
Dr. Susanne Wulff, programmverantwortliche Ärztin

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Cornelia Wulff, Patientin und Teilnehmerin am Mammographie-Screening
Cornelia Wulff, Patientin und Teilnehmerin am Mammographie-Screening

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0431 605-21171
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de