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Auch nach der Corona-Krise: AOK will Kurzzeitpflege in Reha-Einrichtungen fortsetzen

Pressemitteilung

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung möchte Angehörige entlasten

Dortmund (08.05.2020). Die AOK NORDWEST will sich dafür einsetzen, die Kurzzeitpflege in Reha-Einrichtungen in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein auch nach der Corona-Krise fortzusetzen. Das kündigte AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann heute in einem Gespräch mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, in Dortmund an. „Damit können wir die angespannte Lage deutlich entschärfen und unkompliziert rasch zusätzliche Kurzzeitpflegeplätze schaffen. Das wäre eine gute Nachricht für die betroffenen Pflegebedürftigen und deren Angehörige“, sagt Ackermann.

Seit Jahren ist ein Rückgang der Kurzzeitpflegeplätze zu verzeichnen. Bislang durfte diese Leistung nur in speziellen Kurzzeitpflege-Einrichtungen und in Pflegeheimen durchgeführt werden. Die aktuelle Corona-Pandemie hat die Situation für die Betroffenen und deren Angehörige noch einmal deutlich verschärft. Deshalb wurden Reha-Einrichtungen durch das COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz zunächst befristet bis zum 30. September aufgefordert und gebeten, Kurzzeitpflegeplätze vorzuhalten und die Kapazitäten von Krankenhäusern für Patienten mit pflegerischem Nachversorgungsbedarf zu entlasten und somit die Schaffung von Versorgungsmöglichkeiten von Covid19-Patienten im Akutsektor zu unterstützen. Davon können auch Pflegebedürftige und ihre Angehörige profitieren, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei Abschluss einer Rehabilitation kein Platz in einem Pflegeheim gefunden werden kann.

„Kurzzeitpflege inhaltlich neu denken“
Die AOK NORDWEST steht als Verhandlungsführer für die gesetzlichen Krankenkassen in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein derzeit in Gesprächen mit Reha-Einrichtungen. Ziel ist, auch nach dem 30. September Kurzzeitpflegeplätze vorzuhalten und die Situation für die betroffenen Patienten damit deutlich zu verbessern. Bereits ein Dutzend Einrichtungen haben allein in Westfalen-Lippe großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit bekundet. Im nächsten Schritt wird es nach den Worten Ackermanns darum gehen, die Kurzzeitpflege um Leistungen zur Stärkung der Pflegebedürftigen zu ergänzen. „Wir müssen Kurzzeitpflege auch inhaltlich neu denken, die Behandlungsqualität von Pflegebedürftigen steigern, indem wir Ressourcen stärken. Dauerhaft müssen wir zu Kurzzeitpflege-Einrichtungen mit multiprofessionellen Teams statt eingestreuten Betten kommen“, so der AOK-Chef.

Modellprojekt Kurzzeitpflege im Krankenhaus gestartet
Ein weiterer Weg, die Situation der Pflegebedürftigen zu verbessern, ist es, auch Krankenhausbetten vorübergehend für Kurzzeitpflegepatienten zu nutzen. In NRW haben auf Initiative des Landes die Pflegekassen gemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft vor einigen Wochen das Modellvorhaben ‚Kurzzeitpflege im Krankenhaus‘ vereinbart. Damit wurden gute Voraussetzungen geschaffen, um die Zahl der Kurzzeitpflegeplätze zu erhöhen und Entlastung zu schaffen. „Die Kurzzeitpflege ist für die Versorgung geriatrischer Patienten gerade beim Übergang von der stationären Krankenhausbehandlung in eine pflegerische Versorgung unverzichtbar. Unser Handeln macht deutlich, dass wir das Thema Kurzzeitpflege von allen Seiten angehen“, so Ackermann. Über 100 nordrhein-westfälische Krankenhäuser haben bereits ihr Interesse am Modellprojekt bekundet und sind von den Pflegekassen über die weiteren Abläufe informiert worden. Auch in Schleswig-Holstein werden Gespräche zum Thema geführt.

„Leistungsdschungel in der ambulanten Pflege konsequent auflösen“
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hält Ackermanns Vorschlag für einen guten Weg, zu mehr Kurzzeitpflegeplätzen und gleichzeitig zu mehr Qualität in der Pflege zu gelangen. Westerfellhaus wies in diesem Zusammenhang auf sein Diskussionspapier zur Einführung eines Entlastungsbudgets hin. Danach sollen zukünftig ein Entlastungsbudget und ein Pflegebudget nahezu alle Ansprüche für die Pflege zu Hause umfassen, in das auch die Leistungen der Kurzzeitpflege eingebunden werden und durch eine flexible Inanspruchnahme der Budgets beispielsweise die Reichweite der Mittel bei Kurzzeitpflege deutlich verlängert wird. „Der Leistungsdschungel in der ambulanten Pflege wird damit konsequent aufgelöst. Individuelle Versorgungslösungen werden möglich, die Selbstbestimmung gestärkt und Angehörige entlastet. Und nicht zuletzt werden so die Mittel der Pflegeversicherung effizienter genutzt und unnötige Bürokratie auf allen Seiten abgebaut“, so Westerfellhaus.

Weniger Bürokratie - mehr Gestaltungsspielräume
AOK-Chef Ackermann begrüßte die Einführung solcher Budgets für die Entlastung der Angehörigen und Pflege der Versicherten. Er unterstützt Westerfellhaus ausdrücklich in seinem Vorhaben, die Pflege weiter zu entbürokratisieren. „Damit wir Versorgung für die Pflegebedürftigen aktiv und passgenau gestalten können, brauchen die Pflegekassen von der Politik mehr Gestaltungsspielräume und wettbewerbliche Vertragselemente sowie eine gemeinsame Infrastruktur- und Bedarfsplanung von Kommunen und Pflegekassen“, so Ackermann. Außerdem kündigte Ackermann an, dass die AOK NORDWEST die persönliche Pflegeberatung in der häuslichen Umgebung ihrer Versicherten noch einmal deutlich ausweiten werde. Allein im vergangenen Jahr führten die aktuell 86 AOK-Pflegeberaterinnen rund 10.000 Beratungen durch und erstellten individuelle Versorgungspläne.

Dokumente

Bilder

Im Gespräch über die Pflegesituation in Westfalen-Lippe: AOK-Vorstandschef Tom Ackermann und Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
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