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Arzneimittel-Ausgaben in Westfalen-Lippe weiter gestiegen: Ärzte verordneten in 2016 Medikamente für mehr als vier Milliarden Euro. AOK-Chef kritisiert Mondpreise bei neuen Arzneimitteln

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Die Ausgaben für Arzneimittel steigen in Westfalen-Lippe weiter an: Im vergangenen Jahr verordneten die niedergelassenen Ärzte Medikamente im Wert von über vier Milliarden Euro.

Die Ausgaben für Arzneimittel steigen weiter an: Im vergangenen Jahr verordneten die niedergelassenen Ärzte Medikamente im Wert von über eine Milliarden Euro in Schleswig-Holstein und von über vier Milliarden Euro in Westfalen-Lippe.
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Fotograf: AOK/hfr.

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0231 4193-10145
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de

Pressemitteilung

24. Mai 2017

Dortmund. In Westfalen-Lippe sind die Ausgaben für Arzneimittel weiter gestiegen: Im vergangenen Jahr verordneten die niedergelassenen Ärzte für die rund 7,3 Millionen gesetzlich Versicherten Medikamente im Wert von über vier Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von mehr als 170 Millionen Euro (4,4 Prozent). Insgesamt wurden fast 84 Millionen Arzneimittel-Packungen verordnet. Dies teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis der aktuellen Statistiken des GKV-Spitzenverbandes mit. „Ursache für den erneuten Kostenanstieg sind nach wie vor die ausufernden hohen Preise für patentgeschützte Arzneimittel“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Der AOK-Chef kritisiert, dass die Politik auch durch das neue Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (GKV-AMVSG), das am 1. April in Kraft getreten sei, das Preisproblem nicht gelöst habe.

So hätte die von der Politik zunächst geplante Umsatzschwelle als ‚Höchstgrenze‘ für Medikamentenpreise im ersten Jahr nach deren Zulassung ein Schritt hin zu rückwirkenden Preisvereinbarungen sein können, um das Problem der Mondpreise für patentgeschützte Arzneimittel zu lösen. „Wir brauchen echte Regulierungsmöglichkeiten für Arzneimittelpreise im ersten Jahr nach Markteintritt, damit die Arzneimittelausgaben für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nicht noch weiter aus dem Ruder laufen und die finanzielle Stabilität des Sozialsystems gefährden“, kritisiert Ackermann.

Im Durchschnitt bekam 2016 jeder gesetzlich Versicherte in Westfalen-Lippe Arzneimittel für rund 560 Euro verordnet. Damit liegt Westfalen-Lippe rund 46 unter dem bundesweiten Wert von 606 Euro. Insgesamt haben die Patienten im vergangenen Jahr Zuzahlungen für Arzneimittel in Höhe von über 242 Millionen Euro geleistet, das sind durchschnittlich mehr als 33 Euro je Versicherten und 3,1 Prozent mehr als 2015.