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AOK NORDWEST rät zur Impfung: Windpocken-Fälle in Schleswig-Holstein gestiegen

Pressemitteilung

Kiel (16.05.2018). In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Windpocken-Fälle im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt wurden 734 Infektionsfälle gemeldet, in 2016 waren es noch 610. Das entspricht einem Anstieg von rund 20 Prozent. Auf Bundesebene hingegen war ein Rückgang von über elf Prozent zu verzeichnen. Das teilte heute die AOK NORDWEST auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. „Aufgrund der zunehmenden Infektionsfälle raten wir dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen selbstverständlich für ihre Versicherten bezahlt“, sagt AOK-Vorstands-vorsitzender Tom Ackermann.

Den höchsten Anstieg gab es in Kiel sowie in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Stormarn. In der Landeshauptstadt waren im vergangenen Jahr 198 Infektionsfälle zu verzeichnen, im Vorjahr waren es nur 93. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurden insgesamt 82 Infektionsfälle gemeldet, im Vergleich zu 2016 mit 63 Fällen. Im Kreis Stormarn stiegen die Infektionsfälle von 18 auf 43 in 2017 an.

Die erste sogenannte Varizellen-Impfung für Kinder wird von der STIKO im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfung sollte in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Nach aktuellen Daten des RKI im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen sind die Impfzahlen der Kinder in Schleswig-Holstein bei Windpocken erstmalig wieder leicht gesunken. So konnten 91,9 Prozent die erste Impfung und 89,0 Prozent die zweite Impfung nachweisen. 2015 lag die Durchimpfungsrate noch bei 92,5 bzw. 88,9 Prozent. „Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, kann ihnen niemand abnehmen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen, um gestärkt im Sinne ihres Kindes zu handeln“, so Ackermann. Eine Impfung kann übrigens zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter erfolgte. Einen Überblick über alle wichtigen Fakten zum Impfschutz und eine Hilfestellung bei der Entscheidung „Impfen ja oder nein“ sind abrufbar im Internet unter aok.de/nw Rubrik Leistungen & Services > Leistungen von A bis Z.

Hintergrund:

Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Die Infektion kann aber auch Erwachsene betreffen. Auslöser für Windpocken ist das sogenannte Varizellen-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen wird. Dieses Virus zählt zu den Herpesviren. Die Ansteckungsgefahr beginnt einen Tag, bevor der Hautausschlag auftritt, und endet, wenn die Bläschen austrocknen. Erst nach zehn Tagen bis drei Wochen äußert sich die Infektion in Form von Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen und Fieber. Ein bis zwei Tage später treten linsengroße rote Flecken auf der Haut auf, die sich zunächst in stark juckende Knötchen, anschließend in Bläschen verwandeln. Die Bläschen sind mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt, die in hohem Maße ansteckend ist. Innerhalb von ein bis zwei Wochen verkrusten sie und fallen ab.

Trotz des extremen Juckreizes sollten Windpocken nicht aufgekratzt werden. Dies kann nicht nur Narben hinterlassen. Durch das Kratzen können sich die Bläschen auch entzünden und es kann zu schweren Hautinfektionen kommen. Vom Arzt verordnete Salben oder Lotionen lindern den Juckreiz. Wie bei allen Virusinfektionen helfen Bettruhe und eine gesunde Ernährung bei der Genesung. Die Windpocken-Erreger verbleiben, wie alle Herpesviren, nach einer durchgemachten Windpockeninfektion im Körper. Sie ruhen sozusagen und können unter besonderen Umständen reaktiviert werden. Dann verursachen sie die sogenannte Gürtelrose (Zoster).

Bilder

Entgegen dem Bundestrend wurden in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr mehr Windpocken-Fälle erfasst.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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