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Antibiotika sinnvoll einsetzen und richtig anwenden: Starker Rückgang der Verordnungen in Westfalen-Lippe - Corona-Pandemie verstärkt rückläufige Tendenz

Pressemitteilung

Dortmund (15.06.2021). In Westfalen-Lippe sind die Antibiotika-Verordnungen stark zurückgegangen. So ist deren Anzahl im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 27,7 Prozent gesunken. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST zu den Verordnungszahlen für alle gesetzlich Krankenversicherten. Danach wurden in 2020 insgesamt rund 2,3 Millionen Antibiotika-Verordnungen ausgestellt, im Vorjahr waren es noch 3,2 Millionen. Seit 2013 ist in Westfalen-Lippe ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. Hier lag die Anzahl der Verordnungen noch bei 4,6 Millionen. „Die abnehmende Tendenz bei den Antibiotika-Verordnungen ist auf einen zunehmend kritischeren Umgang besonders bei den Verordnungen für Kinder zurückzuführen. Das ist eine positive Entwicklung, um der Neubildung von Resistenzen entgegenzuwirken. Denn je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto mehr verlieren sie ihre Wirkung. Dies könnte dazu führen, dass selbst kleine Wunden oder Operationen lebensbedrohlich werden, weil die Mediziner mögliche Infektionen nicht mehr behandeln können“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.

Die abnehmende Tendenz bei den Antibiotika-Verordnungen wurde zusätzlich durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt. Im zweiten und vierten Quartal des Jahres 2020 war der Rückgang besonders hoch. Hier lag er bei 40,6 Prozent und 38,6 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal und vierten Quartal 2019. „Durch die Abstands- und Hygieneregeln, KiTa- und Schulschließungen im Rahmen der Corona-Pandemie gab es auch weniger Ansteckungen mit bakteriellen Infektionen. Dadurch wurden weniger Antibiotika benötigt“, so Ackermann.

Auch wenn die Tendenz rückläufig ist, ist ein zurückhaltender und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich. „Um die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken und eine indikationsgemäße Verschreibung durch die Ärzte zu fördern, sensibilisieren wir Ärzte und Versicherte über einen sachgemäßen Umgang mit Antibiotika“, so Ackermann. Auch als Initiator einer gemeinsamen Kampagne in Nordrhein-Westfalen von Gesundheitsministerium, den gesetzlichen Krankenkassen, Ärzten, Apotheken, der Krankenhausgesellschaft sowie der Landesbehinderten- und Patientenbeauftragten in Nordrhein-Westfalen möchte die AOK NORDWEST den eingeschlagenen Weg zur Bekämpfung von Resistenzen konsequent fortführen.

Viele Betroffene wissen auch nicht, dass Antibiotika nur in den seltensten Fällen gegen Erkältungskrankheiten helfen. „Wenn der Hals kratzt, die Nase läuft und leichtes Fieber im Anmarsch ist, sind meist Viren die Ursache. Antibiotika hingegen wirken nur gegen bakterielle Infektionen und sind völlig unwirksam, wenn die Erkältung durch Viren ausgelöst wurde“, so Ackermann.

Auch bei Covid-19 machen Antibiotika keinen Sinn, da es sich auch hier um eine reine Virusinfektion handelt. „Dennoch ist es sinnvoll eine Atemwegserkrankung ärztlich abklären zu lassen, um eine Covid-19-Infektion auszuschließen“, so Ackermann. Wenn ein Antibiotikum eingenommen werden muss, ist außerdem die korrekte Einnahme von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise müssen die Zeitabstände exakt stimmen, damit die Antibiotikamenge im Körper immer hoch genug ist, um die Bakterien sicher zu bekämpfen. Bei unsachgemäßem Einsatz kann die Entstehung von resistenten Bakterien beschleunigt werden. „Antibiotika, die unnötig gegeben oder falsch eingenommen werden, sind eine große Gefahr. Denn damit verliert die Medizin ihre therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein zurückhaltender und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz unbedingt erforderlich“, so Ackermann.

Bilder

In Westfalen-Lippe sind die Antibiotika-Verordnungen in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

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Fotograf: AOK/hfr

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In Westfalen-Lippe sind die Antibiotika-Verordnungen in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Das ist eine positive Entwicklung, um der Neubildung von Resistenzen entgegenzuwirken.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Kopenhagener Straße 1, 44269 Dortmund
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de