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Antibaby-Pille: Unverändert hoher Anteil risikoreicher Präparate. Mehr als jede zweite junge Frau in Schleswig-Holstein betroffen

Pressemitteilung

Kiel (04.08.2021). Vor 60 Jahren wurde die Pille zur Verhütung in Deutschland eingeführt. Sorge bereitet Expertinnen und Experten der unverändert hohe Anteil der Präparate mit einem höheren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien. Auch in Schleswig-Holstein erhält mehr als jede zweite junge Frau unter 22 Jahren, die die Pille auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet bekommt, die risikoreicheren Präparate der neueren Generation. Zwar ist der Verordnungsanteil der Antibaby-Pillen mit einem höheren Risiko in den letzten zehn Jahren gesunken, bleibt aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Danach sank in Schleswig-Holstein der Verordnungsanteil der kombinierten oralen Verhütungsmittel mit einem höheren Risiko von 67,9 Prozent im Jahre 2010 auf 51,7 Prozent im Jahr 2020. „Das ist insgesamt ein positiver Trend. Doch nach wie vor erhalten mehr als die Hälfte der Mädchen und jungen Frauen Wirkstoffe mit einem erhöhten oder unklaren Risiko für die Bildung von venösen Thromboembolien“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Dabei gibt es bewährte Alternativen wie zum Beispiel die Hormonpräparate der sogenannten zweiten Generation, deren niedrigeres Risiko durch Langzeitstudien bekannt ist und die Ärztinnen und Ärzte gerade bei der Erstverordnung der Pille zurückgreifen sollten. „Insbesondere bei Mädchen und Frauen mit einem erhöhten Grundrisiko wie zum Beispiel Übergewicht sollten bevorzugt risikoärmere Wirkstoffe wie Levonorgestrel verordnet werden“, so Ackermann.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatten die Ärztinnen und Ärzte zuletzt im Juni 2021 im „Bulletin zur Arzneimittelsicherheit“ aufgefordert, bei der Beratung und Anwendung vor allem Präparate mit dem geringsten Risiko für venöse Thromboembolien zu berücksichtigen. Wie notwendig dieser Appell nach wie vor ist, zeigt eine bundesweite Detail-Auswertung zu den verordneten Wirkstoffen: So blieb der Verordnungsanteil des Wirkstoffes Dienogest auch im Jahr 2020 mit 36 Prozent ungefähr auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (2019: 37 Prozent). Und das, obwohl das Risiko dieses Wirkstoffes für das Auftreten venöser Thromboembolien deutlich erhöht ist und das BfArM daher von der Verordnung bei Risiko-Patientinnen abrät. Das gilt auch für Chlormadinon, dessen Verordnungsanteil sich ebenfalls nur leicht von elf Prozent im Jahr 2019 auf zehn Prozent im vergangenen Jahr verringerte.  Der Anteil der risikoärmeren Alternativen an den Verordnungen hat sich zwar bundesweit zwischen 2010 und 2020 von knapp 30 auf 48 Prozent erhöht. „In den letzten Jahren waren aber nur noch geringfügige Verschiebungen in Richtung der risikoärmeren Wirkstoffe zu beobachten“, so Ackermann.

Über Risiken aufklären lassen und auf typische Symptome achten
Insbesondere Mädchen und junge Frauen, die das erste Mal die Antibaby-Pille zur Verhütung einnehmen, sollten sich über die Risiken bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt aufklären lassen. Sie sollten auf typische Anzeichen einer Thrombose oder Embolie achten und umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn es dafür Anzeichen gibt. Symptome sind starke Schmerzen oder Schwellungen sowie ein Spannungs- oder Schweregefühl im Bein. Auch eine bläulich-rote Verfärbung oder ein Glänzen der Haut am Bein kann auf eine Thrombose hindeuten. „Typische Symptome einer Lungenembolie sind plötzliche auftretende Kurzatmigkeit oder Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz, Herzrasen oder unerklärlicher Husten“, so Ackermann. Empfängnisverhütende Medikamente werden von den gesetzlichen Krankenkassen seit Juli 2019 bis zum vollendeten 22. Lebensjahr erstattet. Vorher lag die Erstattungsgrenze beim vollendeten 20. Lebensjahr.

Weitere Infos zu Verhütungsmittel im Internet unter aok.de in der Rubrik Leistungen von A bis Z.

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In Schleswig-Holstein erhält mehr als jede zweite junge Frau unter 22 Jahren, die die Antibabypille auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet bekommt, die risikoreicheren Präparate der neueren Generation.

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Grafik: AOK/hfr

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Vor 60 Jahren wurde die Antibabypille zur Verhütung in Deutschland eingeführt. Sorge bereitet Experten der hohe Anteil der Präparate mit einem höheren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
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