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Neuer Gesundheitsatlas der AOK Nordost beleuchtet Volkskrankheit in MV

Diabetes-Häufigkeit in MV liegt weit über Bundesschnitt

Schwerin, 12. November 2019. In Mecklenburg-Vorpommern leben im Vergleich deutlich mehr Menschen mit Diabetes Typ 2 als im Rest der Bundesrepublik. Der Anteil der an dieser Volkskrankheit leidenden Bevölkerung liegt mit 11,3 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent. Das zeigt der neue „Gesundheitsatlas Mecklenburg-Vorpommern“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Insgesamt haben danach 182.000 Menschen im Land Typ-2-Diabetes.

Fundierte Informationen zum Krankheitsgeschehen

„Diabetes ist und bleibt eine Volkskrankheit, von der in unserem Land überdurchschnittlich viele Menschen betroffen sind. Die Ergebnisse des aktuellen AOK-Diabetes-Atlasses sind nicht völlig überraschend, stimmen uns als Krankenkasse aber nachdenklich. Mit der neuen Erhebung können wir zugleich erstmals bis auf die Ebene der Landkreise schauen und den Akteuren vor Ort fundierte Informationen über das Diabetesgeschehen in der Region bereitstellen“, sagt Juliane Venohr, Leiterin der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern der AOK Nordost.

Starke Unterschiede zwischen Stadt und Land

Der Diabetes-Atlas zeigt die Häufigkeit des Diabetes mellitus Typ 2 für die Städte und Kreise des Landes. Die Auswertung mithilfe neuer Berechnungsverfahren bezieht sich dabei auf Abrechnungsdaten der AOK Nordost aus dem Jahr 2017.

Die Unterschiede zwischen den Regionen sind immens: So liegt beispielsweise die Typ-2-Diabetes-Quote in der Hansestadt Rostock bei 8,8 Prozent der Einwohner und ist damit mit den Quoten anderer Großstädte in Deutschland vergleichbar. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hingegen liegt die Quote bei 12,8 Prozent (vergleiche Grafik).

Jeder zweite Diabetiker ist älter als 70 Jahre

Allgemein gilt, dass Einwohner ländlicher Regionen häufiger an Typ-2-Diabetes erkrankt sind als Städter. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei, dass in den ländlichen Regionen häufig eine ältere Bevölkerung mit einem grundsätzlich höheren Erkrankungsrisiko lebt. Mit zunehmendem Alter steigt aber das Risiko für die sogenannte „Zuckerkrankheit“, die im Volksmund oft auch „Altersdiabetes“ genannt wird. Mehr als die Hälfte der Menschen mit Typ-2-Diabetes in MV sind über 70 Jahre alt.

AOK setzt Fokus auf innovative Versorgung im ländlichen Raum

„Die Ergebnisse des Diabetes-Atlasses zeigen den großen Handlungsbedarf gerade im ländlichen Raum. Es gibt bereits gute Versorgungsansätze für die Bevölkerung auf dem Land. Aber von diesen könnten noch viel mehr Patienten profitieren. Unser gemeinsames Ziel muss es deshalb sein, diese guten Versorgungsansätze stärker in den Fokus zu rücken. Genau das tun wir mit unserer AOK-Initiative „Stadt.Land.Gesund“ für eine bessere ländliche Versorgung“, so Venohr.

Telemedizinische Betreuung für Diabetiker in MV

Für Patientinnen und Patienten mit dauerhaft zu hohen oder stark schwankenden Blutzuckerwerten bietet die AOK Nordost eine telemedizinische Betreuung an. Das dazu von der Emperra GmbH entwickelte ESYSTA System® verbindet handelsübliche Technologie zur Blutzuckerselbstkontrolle und zur Selbstinjektion von Insulin mit moderner telemedizinischer Technologie. Hier werden sowohl die Blutzuckerwerte als auch die gespritzten Insulineinheiten in Echtzeit in einem digitalen Diabetestagebuch erfasst. Der von den Patientinnen und Patienten autorisierte Arzt bzw. Ärztin kann jederzeit auf dieses Tagebuch zugreifen. Der vollständige Überblick über die gemessenen Blutzuckerwerte und über die gespritzten Insulingaben ermöglicht eine optimale Einstellung des Stoffwechsels.

„Weniger Krankenhauseinweisungen, Notfallbehandlungen und Folgeerkrankungen bei Diabetikerinnen und Diabetikern – das erreichen wir mit dem Telemedizinsystem ESYSTA. Möglich wird das durch ein lückenloses Monitoring der übertragenen Messwerte. Patient und Arzt haben damit eine schnelle, vollständige und unverfälschte Datenbasis für die Therapie“, betont der Facharzt Diego Schmidt, Telemedizinexperte und Mitglied der Deutschen Diabetesgesellschaft. „Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem Einsatz von ESYSTA zeichnen ein positives Bild.“

Peter Henninger, Landarzt auf Rügen, unterstreicht: „Mit den digitalen Möglichkeiten wie ESYSTA kann auch die Versorgung in ländlichen Regionen ganz konkret optimiert werden. Es lässt sich sogar bei Bedarf weitere diabetologische Expertise per gesicherter digitaler Fernbehandlung über das Portal zuschalten.“

Breites Spektrum an Betreuung für Volkskrankheit

Die AOK Nordost engagiert sich seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung von Typ-2-Diabetikern So helfen die Behandlungsprogramme Curaplan Diabetes mellitus Patientinnen und -patienten, trotz ihrer Erkrankung gut zu leben. Sie stellen sicher, dass die Therapie auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt ist und diese speziell auf ihre Erkrankung geschult werden. Folgeerkrankungen werden so vermieden. Aktuell sind 47.000 Versicherte der AOK Nordost in MV in dieses Programm eingeschrieben.

Für Betroffene mit Folgeerkrankungen bietet die AOK Nordost beispielsweise ein ambulantes Versorgungsprogramm für Menschen mit Adipositas an. Umgesetzt wird es gemeinsam mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, der Universitätsmedizin Greifswald, dem Klinikum Südstadt Rostock und dem Sana HANSE-Klinikum Wismar GmbH. Die Teilnehmer erhalten eine professionelle Bewegungstherapie und lernen, wie sie ihre Ernährung dauerhaft umstellen. Zusätzlich zu Bewegungs- und Ernährungstherapeuten begleiten Psychologen und Ärzte die Teilnehmer durch das Programm.

Daniela Teichert zum neuen AOK-Gesundheitsatlas für die Region Nordost

„Innovationen in der Diabetes-Versorgung voranbringen“

In einem neuen Gesundheitsatlas beschäftigt sich das Wissenschaftliche Institut der AOKs (WIdO) ausführlich mit Diabetes Typ 2. Ein neues Hochrechnungsverfahren erlaubt auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten, das Auftreten der Krankheit für die gesamte Bevölkerung – bis auf Ebene der Kreise und Städte – zu beleuchten. Daniela Teichert, designierte Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, erklärt im Gespräch, wie sich die Gesundheitskasse für Betroffene einsetzt.

In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hat laut Diabetes-Atlas beinahe jeder Neunte Diabetes Typ 2. Bundesweit ist es immerhin noch fast jeder Elfte. Das zeigt klar: Diabetes ist und bleibt eine weit verbreitete Krankheit, die man zwar medizinisch gut betreuen kann, die vor allem auf dem Land weiter unserer Aufmerksamkeit bedarf.

Es gibt große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Das „junge“ Berlin liegt mit rund 8 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 8,6 Prozent. Das überdurchschnittliche Abschneiden der Flächenländer hat auch mit der älteren Bevölkerung zu tun. So sind mehr als die Hälfte der Typ 2-Diabetikerinnen und Diabetiker in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern über 70 Jahre alt.

Eine zielgerichtete Versorgung der Patienten ist wichtig. Mit den DMP-Angeboten für chronisch Kranke haben wir gute Programme, die aber noch besser genutzt werden könnten. In diesen werden Patientinnen und Patienten nach einem individuellen Therapieplan betreut, der unter anderem die medikamentöse Behandlung, therapeutische Maßnahmen, Schulungen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen umfasst. Die DMP alleine reichen aber nicht aus, um insbesondere die Herausforderungen in der ländlichen Versorgung anzugehen: weite Wege zum Arzt, ein schwieriger Zugang zum Spezialisten sowie viele ältere und mehrfach erkrankte Patienten.

Mit Mut und Gestaltungswillen müssen wir sinnvolle Innovationen in der Versorgung voranbringen. So arbeiten wir seit rund drei Jahren als erste Krankenkasse mit einem Start-up aus Potsdam in der telemedizinischen Betreuung von Diabetikerinnen und Diabetikern mit dauerhaft zu hohen oder stark schwankenden Blutzuckerwerten zusammen. Mit allen Partnern im Gesundheitswesen müssen wir zusammen eine Versorgung gestalten, die dort ansetzt, wo der Schuh auch wirklich drückt. Das wissen die Akteure vor Ort am besten. Mit der AOK-Initiative „Stadt.Land.Gesund.“ haben wir uns deshalb auf die Fahne geschrieben, die Versorgung vor allem in ländlichen Regionen weiter zu verbessern.

Pressekontakt

AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
Fax: 0800 265080-22926
E-Mail: presse@nordost.aok.de