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Mindestmengenvorgabe für Frühchenversorgung in Krankenhäusern: Vierzehn im Jahr sind zu wenig

Statement der AOK Nordost zum WIdO-Qualitätsmonitor 2019

Berlin, 6. Dezember 2018. Je mehr Frühchen mit einem sehr geringen Geburtsgewicht in einem Perinatalzentrum versorgt werden, umso höher ist deren Überlebenschance. Darauf weist die AOK Nordost noch einmal anlässlich der Vorstellung des aktuellen Qualitätsmonitors 2019 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) am heutigen Donnerstag hin. Insbesondere bei der Versorgung von Frühgeborenen mit einem sehr geringen Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm spricht sich die Gesundheitskasse deshalb klar für eine Anhebung der Mindestmengenvorgaben aus.

Die Auswertungen des Qualitätsmonitors 2018 hatten gezeigt, dass Frühchen mit einem sehr geringen Geburtsgewicht eine schlechtere Überlebenschance haben, wenn sie in Perinatalzentren versorgt werden, die weniger als 34 Fälle pro Jahr vorweisen können. Auch andere wissenschaftliche Studien und Gutachten bestätigen einen kausalen Zusammenhang zwischen der Anzahl der versorgten Frühgeborenen und der Qualität der Versorgung.

Weite Wege sind kein Argument gegen eine Anhebung der Mindestmengen
Momentan liegt die Mindestmengenvorgabe bei vierzehn Frühgeborenen pro Jahr mit unter 1250 Gramm. Wie hoch sie letztendlich ausfallen müsste, wird der Gemeinsame Bundesausschuss auf Basis einer aussagekräftigen Studienlage entscheiden. „Aber fest steht schon jetzt: Vierzehn sind zu wenig“, so Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. In den meisten Fällen steht schon früh fest, wenn bei einer Schwangerschaft das Risiko für eine sehr frühe Geburt besteht. Die Versorgung ist somit planbar und eventuelle weite Wege können von vornherein einkalkuliert werden. Oft wird die werdende Mutter beispielsweise entsprechend rechtzeitig stationär aufgenommen.

AOK Nordost fordert Konzentration und Kooperation
„Bei diesem hochsensiblen Thema ist Erfahrung zwingend, um die werdenden Mütter und ihre Babys optimal zu versorgen“, betont Stefanie Stoff-Ahnis. Denn die Komplikationen während oder unmittelbar nach einer Frühgeburt könnten für Mutter und Kind vielfältig sein, auch Todesfälle seien leider nicht ausgeschlossen. „Deshalb können wir nur unterstützen, dass die Mindestmengendebatte erneut angeschoben wird – im Sinne der Sicherheit und Lebensqualität unserer Versicherten. Für ländliche Räume sehen wir eine gute Lösung in engen Kooperationen zwischen Krankenhäusern mit Geburtshilfe und den Perinatalzentren, um zusammen mit den niedergelassenen Ärzten eine qualitativ hochwertige und zielgenaue Steuerung zu gewährleisten.“

Hintergrund

Die Versorgung von Frühgeborenen mit einem geringen bis sehr geringen Geburtsgewicht wird in sogenannten Perinatalen Schwerpunkten beziehungsweise Perinatalzentren (Level 1 und 2) konzentriert.
Die Qualitätsvorgaben in der perinatologischen Versorgung, speziell die Anforderungen an Perinatale Schwerpunkte und Zentren, richten sich nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (www.g-ba.de), dem obersten Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Dieser hat eine „Vereinbarung über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen“ beschlossen, die seit dem 01. Januar 2006 verbindlicher Maßstab für alle Einrichtungen in Deutschland geworden ist.

Die G-BA-Vereinbarung unterscheidet zwischen vier Versorgungsstufen:
• Perinatalzentrum Level 1 (uneingeschränkte Versorgung von Früh- und Neugeborenen)
• Perinatalzentrum Level 2 (Mindestgewicht der Früh- und Neugeborenen: 1.250 Gramm)
• Perinataler Schwerpunkt (Mindestgewicht der Früh- und Neugeborenen: 1.500 Gramm)
• Geburtsklinik (Entbindung reifer Neugeborener ohne vorhersehbare Komplikationen).

Die G-BA-Vereinbarung stellt je nach Versorgungsstufe unterschiedliche Anforderungen an die beteiligten Häuser. Hierzu zählen die personelle Ausstattung (Personalanforderungen an die Intensivpflege) sowie Mindestmengenvorgaben für die Le-vel-1-Zentren.
Mit dem Krankenhausstrukturgesetz sind erneut Diskussionen rund um den Zusammenhang von Menge und Qualität entfacht worden. In diesem Zusammenhang steht eine Anhebung der Mindestmenge für Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm im Raum.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Matthias Gabriel
Pressesprecher
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de